Bei
den Promis und Schickis in LA
Über
Malibu erreichten wir schließlich die Super-Mega-Metropole LA. Gleich
vorweg: Kein Platz zum Leben für uns - Julia Roberts und Richard Gere hin
oder her - , ein gesichtloser Großstadtmoloch aus zahlreichen
Teil-Städten ohne echte Sehenswürdigkeiten, von ein paar Ausnahmen mal
abgesehen. Wir waren eine Zeit lang schwer damit beschäftigt unsere
beiden Freundinnen, Waltraud und Edith, die sich auf einem
gegenläufigem Worldtrip befinden, in LA aufzutreiben. Ausgerechnet
in diesem Moment riss die E-Mail-Verbindung ab. Umso größer jedoch war
dann die Wiedersehensfreude.
LA
mussten wir leider ein paar mal durchkreuzen, aber irgendwie fanden wir
trotz 12-spuriger-Highways immer unser Ziel.
Beeindruckt
hat uns der vom Film bekannte Mullholland-Drive, eine schmale Straße hoch
über den Stadtteilen Hollywood und Beverly Hills.

In
Beverly Hills gab es die Wohnviertel der Reichen zu bewundern, alle
Baustile sind dort vertreten, Hauptsache groß und teuer.
Der
vielgerühmte Venice-Beach hingegen wirkte ziemlich heruntergekommen,
außerdem herrschte mal wieder Küstennebel, der das letzte Beach-Feeling
zu Nichte machte.

Ein
Highlight war zweifellos der Besuch bei der Queen, nicht Elisabeth sondern
Mary, die in Long Beach seit gut 30 Jahren vor Anker liegt.

Sehr genossen
wir das Vorkriegs-Ambiente und die Aussicht vom Deck auf das abendliche
Long Beach.

Vor der
Queen liegt ein russisches Unterseeboot, das wir natürlich auch
inspizierten "kaneschna i karascho"!

San
Diego oder beinahe Mexiko
San Diego
ist im Gegensatz zu LA eine liebenswerte Großstadt mit viel
Lateinamerika-Flair. Fast hätten wir die letzte Ausfahrt vor Mexiko
verpasst, die riesige Mexikanische Flagge winkte uns schon einladend
herbei, doch wir kratzten noch mal die Kurve und blieben in USA - bis
November zumindest.

Vom
tollen KOA-Campground brachen wir mit Waltraud und Edith zu
Stadterkundungen auf. Zunächst zog es uns auf die Halbinsel Coronado, an
deren Ende sich das fabelhafte "Hotel del Coronado" befindet,
bekannt als Filmkulisse für den Streifen "Manche mögen's
heiß". Auf der herrlichen Veranda ließ sich ein Gläschen Sekt gut
genießen.

Über
eine gigantische Brücke, die die Durchfahrt für die US-Pazifik-Flotte
ermöglicht, ging es dann an die saubere Hafenpromenade mit
dem Gebäude der Bezirksverwaltung,

wo wir den
pittoresken Dreimaster "Star of India" bewunderten und außerdem
gerade ein kolumbianisches Schulschiff vor Anker gegangen war.

Zur
Freude der Traveller wurde am Hafen auch neue Touristenmeile gebaut,
genannt Seaport-Village, die uns eigentlich besser als das Gegenstück in
San Francisco gefiel.
Des
Abends suchten wir zunächst die Altstadt San Diegos heim, eine Mischung
aus historischen Gebäuden und mehr oder weniger originellen Geschäften
und Restaurants. Danach zog es uns ins ominöse "Gaslamp-Quarter",
wo wir in der Spaghetti-Factory, einer originell umgebauten Fabrik,
unseren Abendtrunk einnahmen.

Heim ging es dann per Öffentlichem
Verkehrsmittel: Die Trolley-Line brachte uns sicher in unseren Vorort
Chula Vista. Zu
fürchten gab es in San Diego nichts, selbst spät abends wirkt die
Atmosphäre hier südländisch gelassen.
Ab
in die Wüste ...
Das
Hauptziel unseres Wochentrips mit den beiden Mädels hieß Joshua Tree
Nationalpark, in der Mojave Wüste.

Groß waren unsere Erwartungen und wir
wurden sogar übertroffent! Einfach fantastisch bei den Riesenfelsen und
Joshua Trees zu campieren. Joshua Trees sind verwandte der
Yucca-Palmen.Wir mussten genügend Wasser für den Trip mitnehmen, der
Park war staubtrocken und 4 Leute wollten duschen!

Unvergesslich
sind die Sonnenunter- und Sonnenaufgänge sowie die abendlichen Campfires,
von Gerti bestens angeheizt.

Im
Wüstenland gibt es natürlich auch Kakteen zu bestaunen, hier besonders
die Ocotillos, die oft ganze "Wälder" bildeten und
die Opuntien, auch Teddy-Bär-Kaktus genannt.

Manche
Gesteinsformationen ließen der Fantasie freien Lauf ...

Wir
unternahmen auch einen Trip nach Hotsprings, einem der heißesten Orte der
USA, wir hatten zu Mittag 42 °C zu ertragen. Zum Glück wurde dort in den
Restaurants Wasser von Dächern zur Abkühlung versprüht.
Vom
Joshua-Tree-Nationalpark fuhren wir durch die Anza-Borrego-Wüste, die
wieder fantastische Landschaft mit Unmengen von Kakteen zu bieten
hatte.

In der
kurzen Woche hatten wir großartige Momente mit unseren Reisefreunden
erlebt, schwer fiel deshalb der Abschied ...
Wer uns
vier kennt, kann hier eine kleine Diashow vom Trip abrufen.
Rauf
in die Berge der Sierra Nevada mit den großartigen Nationalparks Sequoia
und Yosemite
Erste
Destination in der Sierra Nevada war der Sequoia Nationalpark. Wie der
Name schon sagt, Heimat der wunderbaren Mammutbäume (lat. Sequoia
giganteum), die in enger Verwandschaft zu den Küsten-Redwoods stehen.
Unterschied: Die Mammutbäume sind nicht ganz so hoch (bis ca. 80 m),
dafür ist der Stamm aber dicker (bis ca. 12 m Durchmesser). Außerdem
haben sie schuppige Nadeln, ähnlich den Zedern.
Die
größten 3 Sequoias wurden nach den Bürgerkriegsgenerälen Sherman,
Grant und Lee benannt. Der Sherman-Tree ist das größte Lebewesen
der Welt, sein jährlicher Holzzuwachs entspricht dem Holz einer 40 m
hohen Tanne. Sequoias werden bis zu 3000 Jahre alt. Der Sherman-Tree wird
auf 2700 Jahre geschätzt.

Nur
wenige Sequoia-Haine haben die Motorsägen in den 20er Jahren des vorigen
Jahrhunderts überlebt, in meist schwer zugänglichen Gegenden, wie eben
dem Sequoia Nationalpark.

Bei der
Ankunft wurden wir von den Rangern über die herrschende
Bären-Problematik belehrt, jeden Tag "besuchen" Schwarzbären
die Campgrounds auf der Suche nach Essbarem. Dabei machen sie nicht einmal
vor versperrten Kofferräumen der Autos halt! Man muss folglich alle
Nahrung in speziellen, bärensicheren Schränken verwahren. Wir befolgten
die Anweisung nur zum Teil und vertrauten darauf, dass Bären ebenso gut
wie Nahrung auch Menschen wittern, die in einem Wohnmobil schlafen.
In der zweiten Nachten wurden wir von Autogehupe geweckt, wahrscheinlich
versuchte irgendein Camper auf diese Art einen lästigen Bären zu
vertreiben.
Am
nächsten Tag sahen wir auch unseren ersten Schwarzbären, in einiger
Distanz von der Straße trollte er gemächlich durch einen Beerenschlag.

Das Foto mit der Digi-Cam lässt ihn nahezu winzig erscheinen, aber mit
dem Tele der "richtigen" Kamera wird er bei der Diashow wohl
groß rauskommen.
Es liegen
auch viele umgestürzte Sequoias in den Wäldern herum, manche sind hohl,
man kann sie durchwandern, in einen anderen wurde ein befahrbares Tor
geschnitten.

Vom
Sequoia NP sind es ca. 120 Meilen bis zum Eingang des Yosemite
Nationalparks. Der berühmteste Nationalpark Kaliforniens birgt das famose
Yosemite Tal, mit seinen von Gletschern geformten Felswänden.

Wir
betrieben beinahe Blasphemie, indem wir das Yosemite-Tal mit dem
Bluntautal bei Golling verglichen. Aber wirklich, der ebene Talboden mit
dem Fluss, umzingelt von gewaltigen Felswänden, das ganze zehn mal so
groß ...
Bei der
Einfahrt zum Campground trauten wir unseren Augen nicht, als wir "Campground
full" lasen. Ende September sollte die Überfüllung laut
Reiseführer längst der Vergangenheit angehören. Zum Glück hatte
das Reservierungsbüro dann doch noch ein Platzerl für uns zu vergeben!

Eigentlich war es kein Wunder, dass die Campgrounds noch so gut besucht
waren: Es herrschten höchst angenehme 27 ° C untertags und die
Frühtemperartur war mit 13 ° C auch erträglich. Normalerweise muss man
um diese Zeit schon mit Nachtfrost rechnen.
Bei
Sonnenuntergang erstrahlen Halfdome und Northdome im schönsten
Abendlicht.


Am
nächsten Morgen fuhren wir auf den 1000 m höheren Glacier Point und
genossen die fabelhafte Aussicht auf das tiefeingeschnittene Valley mit
dem mäandernden Merced River zwischen El Capitan, Halfdome und den
Wasserfällen.

Die
steilen Felswände des El Capitan sind Ziele von
Hundertschaften der Welt-Kletterelite.

Als
Ausgang vom Yosemite NP benutzen wir den 3000 m hohen Tioga-Pass, der uns
über eine spektakuläre Straße zum Monolake führte, dem größten
Kratersee der Welt. Berühmt ist dieser See für seine Tuffsteine-Gebilde,
die uns jedoch nicht sehr faszinierten.

Nach gut
6 Wochen California-Visite gilt es allmählich Abschied zu nehmen von
diesem grandiosen Land.
Als
letztes Ziel steht hier das "Death Valley" auf dem Programm. Aber
das ist eine andere Geschichte ....