6- Hochland Mexikos
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Im Herzen Mexikos, dem zentralen Hochland

 
Das mexikanische Hochland

Zentralmexiko wird von der Sierra Madre Occidental im Westen und von der Sierra Madre Oriental im Osten begrenzt. Dazwischen liegt ein Hochplateau auf einer Höhe zwischen 1500 und gut 2500 Metern.  Mächtige Vulkankegel ragen aus der Landschaft heraus, der höchste und zugleich höchste Berg Mexicos ist der 5700 m hohe, schneebedeckte Pico de Orizaba, in der Nähe seines berühmten Nachbarn, dem 5452 m hohen Popocatepetl. 

Obwohl große Teile des mexikanischen Hochlands in den Tropen liegen, kann man das ganze Jahr aufgrund der Hochlage angenehme Temperaturen genießen, ja im Winter kann es in den höher liegenden Städten ganz schön kalt werden. 

Wir beschlossen von der Pazifikküste bei Mazatlan, das Hochland erstmals in "Angriff" zu nehmen. Ca. 10 Tage verbrachten wir in der "Kälte", dann zog es uns wieder an den Pazifik. Dabei hatten wir eine spektakuläre Bergstraße mit über 2700 Höhenmetern zu bewältigen.  Es ist unglaublich beindruckend, von der tropischen Vegetation der Küstenregion über unzählige Serpentinen bis in eine Kiefernregion hinaufzufahren, die einer österreichischen Landschaft nicht unähnlich ist.  

Am Pass überquerten wir einen steilen Bergrücken, der bezeichnenderweise "Rückgrat des Teufels" genannt wird.  Gewaltige Abgründe tun sich hier auf. 

           

Die Fahrt bis Durango dauerte dann mehr als 6 Stunden über zT schlechte Straßen, was uns dann einigermaßen abgekämpft die Stadt erreichen ließ. 

 

Durango - die erste der schönen Kolonialstädte

Durango liegt auf 1900 m Höhe und weist das typische Muster einer spanischen Kolonialstadt auf. Die Straßen sind großteils schachbrettartig angelegt, weshalb die Orientierung nicht schwer fällt. Im Zentrum steht eine schöne Kathedrale und davor liegt der Hauptplatz, in Mexiko als "Zocalo" bezeichnet. 

Der Platz ist auch das gesellschaftliche Zentrum einer mexikanischen Stadt, dort spielen die Kapellen, die Leute gehen flanieren oder man entspannt sich unter den schattenspendenden Bäumen. Einfach herrlich! Es herrscht immer eine relaxte Atmosphäre, alle Leute sind stets gut gelaunt und die zahlreichen Kinder spielen begeistert mit den in allen Farben und Formen erhältlichen Luftballons. Lebensfreude pur, nicht zu vergleichen mit den Plätzen bei uns ...

Der tollste Kolonial-Palast, die Casa de los Condes, beeindruckt mit üppig geschwungenen Säulen samt  feinster Verzierungen.  Hier hat sich eine Filiale der Banamex-Bank direkt im Innenhof eingenistet, weshalb  Fotografieren im Hof leider verboten war! 

Gerti wollte sich schon um eine Stelle bewerben ...

Vor der Kathedrale begrüßte uns kurioserweise eine Statue des Papstes, der Durango anlässlich seiner Mexiko Reise 1990 besuchte.

Da Durango keinen Campground in der Stadt hatte, campten wir bei einem Motel, wobei uns die Verwaltung freundlicherweise einen Zimmerschlüssel überreichte und wir so  mal ein Privatbad samt Fernsehabend genießen konnten. 

 

Zacatecas - Königin des Silbers und Weltkulturerbe 

Zacatecas befindet sich ca. 300 km südlich von Durango auf 2600 m. Die Stadt gehörte gemeinsam mit Guanajuato zu den reichsten Silberstädten der spanischen Kolonie "Neu-Spanien".  Sie liegt wunderschön einbettet zwischen Hügeln in einer wüstenähnlichen Landschaft, was zum Reiz dieser Stadt noch mehr beiträgt. 

Das ganze "Centro-Historico" wurde von der Unesco zum Weltkulturerbe erklärt, und alle Häuser aus rotem Gestein sind dementsprechend stilvoll renoviert. 

Wir blieben 3 Nächte auf einem Campground "über den Dächern" der Stadt und genossen die herrliche Lage, die winkeligen Gassen und die sauberen Plätze. 

  

Die Höhenlage ließ besonders Michael schlecht schlafen, aber wir nahmen das gerne in Kauf, angesichts der Einmaligkeit der Stadt. Wir trafen dort ein schweizer-österreichisches Kanada-Auswanderer-Paar, das den Winter seit etlichen Jahren in Mexiko verbringt. Gemeinsam mit ihnen besuchten wir auch noch ein paar der anderen Kolonialstädte des Hochlandes. Es war sehr angenehm, mit ihnen über die Schweiz und Österreich der vergangenen Jahrzehnte zu plaudern. 

Hervorragend, im wahrsten Sinne des Wortes ist die Kathedrale. Ihre Fassade gehört zu den schönsten Beispielen des typisch mexikanisch, ultrabarocken Baustiles. 

 

portalzacatecas.jpg (255237 Byte)

Architektur-Interessierte können sich durch einen Klick auf das Icon die reich verzierte, fast überladene Fassade der Kirche im Großformat runterladen - es dauert aber, je nach Connection, bis zu 2 Minuten.

 

Ein "Extrazuckerl" bietet die Stadt mit einer Seilbahn, die sich zwischen den Hügeln über die Stadt spannt. Die Fahrt war wieder mal eine typische "Foto-Bonanza", dh Filmmaterial wurde en masse verbraucht. 

Neben der Bergstation gibt es ein interessantes Museum, das besonders der Zeit der mexikanischen Revolution (1911 - 1917) gewidmet ist. Damals wurde Zacatecas von der "Division Norte" des berühmt-berüchtigten Generals Pancho Villa eingenommen. Beim Reisen durch das mexikanische Hochland wird man unwillkürlich mit der Geschichte Mexikos konfrontiert. Daher bauen wir auch in unserem Bericht immer wieder kurze historische Fakten ein, ohne die das heutige Mexiko undenkbar wäre. 

Zacatecas besitzt auch eine kleine nette Kaffeehaus-Kultur, die von uns natürlich dankbar angenommen wurde. 

Was wäre jetzt aber eine Silberstadt ohne Silberminen? Der Bergbau wurde schon vor Jahrzehnten eingestellt, aber die alten Minen sind zT zu besichtigen, Fans lassen sich das nicht entgehen. Und für die Youngsters ist die nächtliche "Minendisco" in einem alten Stollen ein Hit. 

Diese Stadt hatte uns also in ihren Bann gezogen und wir fragten uns, ob das Flair, die Architektur, die Gassen, die beschaulichen Plätze, die Paläste und Kirchen noch übertroffen werden konnten? 

San Luis Potosi - schon wieder eine Silberstadt mit Charme

Diese Stadt unterscheidet sich von Zacatecas vor allem durch seine Lage im Flachland ohne nennenswerte Hügel. Somit blieb den Stadtvätern viel mehr Platz für die Entwicklung der Stadt. Es fehlen also die reizvollen, steilen Gässchen.  Dafür ist das historische Zentrum großzügig angelegt: Ein riesiger Hauptplatz (Zocalo) mit großer Kathedrale, daneben das neoklassizistische Stadttheater. 

 

Bei der Einfahrt in die Stadt "adoptierte" uns ein radfahrender Tourist-Guide, der uns zu den interessanten Stadtviertel bugsierte, samt dazugehörigem kostenlosen Parkplatz. Wir hatten also nicht weit ins Zentrum zu gehen und genossen die vorweihnachtliche Atmosphäre rund um den Zocalo. Die Mexikaner feiern Weihnachten nicht so andächtig wie bei uns, es ist einfach ein fröhliches Familienfest, wobei auch der Kitsch nicht zu kurz kommt, am Beispiel der lebensgroßen Krippe am Hauptplatz gut zu sehen.

Ein nettes Kaffeehaus schenkte uns guten Kaffee ein, leider musste Michael auf die leckeren Torten verzichten, weil er noch etwas an den unangenehmen Folgen eines Abendessens laborierte.  

Wir verbrachten die Nacht erstmals am Parkplatz des Walmart-Kaufhauses, in den USA ist das ja nicht ungewöhnlich, mit einem Motorhome beim Walmart zu stehen. Aber hier, in Mexiko, kommt das viel seltener vor, wir fühlten uns nicht richtig wohl, bis zu dem Moment, als uns die Security Leute weckten. Nach einer kurzen Erklärung, wurde uns gute Nacht gewünscht und so angenehm verlief der Rest dann auch. 

Guanajuato -  Zacatecas Rivalin um den Titel der schönsten Kolonialstadt

Neugierig und gespannt zugleich steuerten wir unser nächstes Ziel an. Sollte Guanajuato Zacatecas wirklich an Schönheit noch übertreffen? Die Ausgangslage ist für beide Städte ungefähr gleich: Beide liegen über 2000 m in Hügeln eingebettet. Beide sind Universitäts- und natürlich Silberstädte. Beide sind Hauptstädte der gleichnamigen Bundesstaaten und die Innenstädte gehören zum Weltkulturerbe. 

Nun aber zu den Unterschieden. In Guanajuato wird der Verkehr großteils über Tunnel geleitet, die früher einmal als Hochwasserschutz vor dem Fluss uns als Abwasserkanalsystem dienten. Seit damals hat sich der Fluss tiefer in die Erde gegraben und die Stadtverwaltung erkannte rechtzeitig die große Chance, den motorisierten Verkehr unter die Erde zu bringen. (Was für ein Segen wäre diese Einrichtung für Salzburgs Hauptverkehrsader Ignaz-Harrer-Straße!) 

Die Blumen-Rabatte besteht aus Weihnachtssternen!

Immer wieder findet man in der Stadt Tunnelausgänge, und die Häuser wurden zT direkt über offene Tunnelabschnitte gebaut. Ein Labyrinth also - unmöglich als autofahrender Fremder im richtigen Moment aufzutauchen, wie uns eine kleine Expedition in die Unterwelt belehrte!

Die Häuser sind in Guanajuate bunt angemalt und stehen oft dicht gedrängt zusammen, sodass die Gassen gerade noch zum Durchschlupfen geeignet sind. Bezeichnenderweise heißt eine der engen Gässchen auf gut Österreichisch "Busserl-Gasserl".  Zahlreiche Annekoten berichten hier von gehörnten Ehemännern und dramatischen Liebesabenteuern.

Die Iglesia San Franciso, das Wahrzeichen Guanajuatos, kann unserer Meinung nach nicht mit dem Dome von Zacatecas und seiner einzigartigen Fassade  mithalten. 

Dafür besitzt Guanajuato mit der Festung Alhondiga, einen Ort von historischer Dimension.  Für uns, von der Festung Hohensalzburg verwöhnte, eher ein mäßig interessanter Bau, er diente ja ursprünglich als Getreidespeicher. Aber hier feierten die Unabhängigkeitskämpfer mit deren Einnahme ihren ersten großen Triumph und später wurden die Köpfe, der von den Spaniern enthaupteten Helden in Käfigen an den vier Ecken der Burg zur Abschreckung 10 Jahre lang ausgestellt.  Im Inneren kann man heute die Ehrendenkmäler der vier ersten Anführer der Unabhängigkeitsbewegung, allen voran des charismatischen Priesters Hidalgo, besichtigen und außerdem brennt hier die ewige Flamme der Unabhängigkeit - Mexikos Nationalheiligtum also. 

Mit einer Seilbahn über die Stadt kann Guanajuato zwar nicht aufwarten, dafür fährt eine Standseilbahn auf den Hügel direkt über dem Hauptplatz, was ebenfalls tolle Einblicke in das Zentrum (hier mit Theatro Suarez und Barockkirche San Diego) ermöglicht.  

 

Außerhalb der Stadt gibt es vor allem zwei Örtlichkeiten, die eine Besichtigung Wert sind: Die Ex-Hacienda  de San Gabriel de Barrera vermittelt einen Eindruck vom Reichtum und der Üppigkeit des Lebens der Silberbarone.

       

 

 Ihre Gärten wurden nach unterschiedlichsten Themen gestaltet, besonders der Sukkulten-Garten fand unseren ungeteilten Beifall.

Die zweite Sehenswürdigkeit verlangt nach einem starken Magen und einer unvoreingenommenen  Einstellung zum Tod. Im Museum de las Momias werden unverweste Leichen aus dem angrenzenden Friedhof ausgestellt. Die Welt-Einzigartigkeit erklärt sich durch den starken Mineralgehalt des Grundwassers. So konnten die Körper der Beerdigten nicht auf die übliche Weise durch Pilze und Bakterien "abgebaut" werden, sondern wurden praktisch samt ihrem Gewand einbalsamiert.  Irgendwer kam dann Anfang der 30er Jahre des 20 Jh auf die Idee, die "Mumien" auszustellen. 

Die "grauslicheren" Exemplare werden zwar heute nicht mehr gezeigt, aber auch so schlägt sich die Sache bei längerem Besuch auf den Magen. Das Museum erfreut sich jedoch großen Zuspruchs bei den Mexikanern und beweist wieder einmal den lockeren Umgang der Mexikanern mit "unserem" Tabuthema Tod. 

Wer mehr sehen möchte, kann hier einen kleinen Video-Cut vom Gang durch die Mumien-Parade downloaden: momias.wmv 

Die Jury tut sich angesichts der Großartigkeit und Schönheit beider Städte schwer, einen Sieger zu nennen. Letztendlich sollte aber die größere Anzahl von Einzigartigkeiten Guanajuatos den Ausschlag geben, diese Stadt zur Königin des mexikanischen Hochlandes zu erklären. Wie immer bei knappen Entscheidungen, können wir uns jedoch des Vorwurfes der Ungerechtigkeit und Subjektivität nicht entziehen. Daher: Es leben die beiden Königinnen Zacatecas und Guanajuato - mögen möglichst viele Touristen die Ehre haben, deren Schönheit  bewundern zu dürfen- wir können das nur wärmstens empfehlen.  

Wir wohnten wiederum auf einem Campingplatz hoch über der Stadt, der nur über extrem steile und verwinkelte Gassen zu erreichen war. Vielleicht erklärte das, warum nur wir und das schweizer-österreichische Paar diesen schönen Platz aufsuchten.  

 

San Miguel de Allende -  mal keine Silberstadt aber Lieblingsort der "Norteamericanos"

Leutnant Ignacio Allende war  der erste Oberbefehlshaber im Unabhängigkeitskrieg von 1810 bis 1821. Die Stadt wurde zu Ehren ihres großen Sohnes später nach ihm umbenannt. 

Hier lebt seit den 30er Jahren eine große nordamerikanische Kommune, vor allem Künstler und Schriftsteller, aber auch unzählige gelangweilte Rentner sowie Studenten, die die örtlichen Sprachschulen füllen.  Als Folge gibt es die größte Ansammlung von Galerien, Artesania-Läden, Cafes sowie Restaurants und fast an jeder Ecke versucht ein Immobilienmakler, Wohnungen und Häuser gegen teure Dollars an den Mann zu bringen. Das Preisniveau ist natürlich höher als in "normalen" mexikanischen Städten und Englisch ist eine gängige Umgangssprache (Ein Reisebuchautor meinte ironisch, dass man in dieser Stadt besser Englisch als Spanisch lernen könnte). 

Wir blieben 2 Nächte, genossen das Ambiente der Lokale und den Zocalo mit seiner bizarren Kirche, die von einem autodidakten  Architekten, indianischer Herkunft gebaut wurde. Die Fantasie-Gotik erinnert irgendwie an französische Kathedralen.

Unweit von der Stadt befindet sich der Ort Dolores Hidalgo, wo der Unabhängigkeitskrieg mit dem berühmten "Grito", dem Schrei nach Freiheit, 1810 durch den Pater Hidalgo begonnen wurde.  

Jedes Jahr, am 15. September, wird dieser Schrei vom Präsidenten vom Palacio Nacional in Mexiko-City wiederholt.  Ein wichtiges Ritual für die mexikanische Nation, wenn man bedenkt, wie oft Mexiko von ausländischen Invasionen seit damals heimgesucht wurde:

1838 kurze französische Invasion, 1847 US-Truppen besetzen die Hauptstadt, 1861 England, Spanien und Frankreich senden Truppen, weil Mexiko die Zahlungen einstellte, 1863 hieft  Frankreich den Habsburger Maximilian auf den Thron, 1867 die Franzosen werden hinausgeworfen, letzte kurze Intervention vom großen nordamerikanischen Bruder 1914 anlässlich der mexikanischen Revolution. 1938 droht die USA mit dem Einmarsch wegen der Verstaatlichung der Ölindustrie. 

Morelia - und noch eine Kolonialstadt

Der Name der Stadt ehrt wiederum einen berühmten Unabhängigkeitskämpfer. Morelia ist eine aufstrebende Industriestadt mit beachtlichem historischen Zentrum. 

Sie wird als die "spanischte" aller Kolonialstädte bezeichnet, und wirklich, der nüchterne altspanische Stadtcharakter blieb erhalten. Vielleicht auch wegen der fehlenden Straßenhändler. 

Wir blieben nur eine Nacht, irgendwie ging uns schön langsam die Motivation für Stadtbesuche aus. Also berichten wir nicht von Uruapan, Colima oder gar Guadalajara sondern es zog uns zu einem ganz anderen Ort ...

Paricutin - oder die Geburt eines Vulkans vor 60 Jahren

Wir lasen in unseren Reiseführern von dieser Weltsensation: 1943 bebte die Erde unter den Füßen eines Bauern bei der Ortschaft San Juan Parangaricutiro.  Die Erde riss auf, Lava und heiße Asche wurden in die Luft geschleudert. Nach und nach türmte sich ein Vulkankegel ein paar hundert Meter in die Höhe. Die ausfließende Lava bewegte sich langsam auf das Dorf zu und begrub schließlich alle Häuser unter sich. Lediglich der Kirchturm von San Juan schaut noch aus der kilometerweiten schwarzen Lavamasse heraus. 

Der Bericht faszinierte uns und wir beschlossen, dieser "Naturkatastrophe" auf den Grund zu gehen.  Die Anfahrt gestaltete sich zwar etwas langwierig wegen des schlechten Straßenzustandes, aber schlussendlich gelangten wir in das Indigenas-Dorf Angahuan, wo die Dorfbewohner ein kleines Touristenzentrum samt Mini-Museum aufgebaut hatten.

Von der Aussichtsterrasse hatten wir schon einen guten Blick auf den (fernen) Vulkankegel und den Kirchturm im schwarzen Lavameer.  Der inzwischen erloschene Vulkan wirkte auf uns etwas enttäuschend, da er mitten in einer Gruppe anderer Vulkane steht. Also verzichteten wir auf dessen Besteigung und begnügten uns mit einer Visite des begrabenen Dorfes samt Kirchturm. 

Wir wurden von einem ortskundigen Führer des Stammes der Tarasken geleitet (wir sahen den 100 Pesos  "Obulus" als Unterstützung für das dahinsiechende Touristenzentrum an). Am Ort des dramatischen Geschehens angekommen, bemerkten wir, dass nicht nur der Kirchturm sondern auch Teile des Altares vom schwarzen Brei verschont geblieben waren. 

Die Einheimischen werten diese Tatsache natürlich als Wunder und unser Führer erzählte uns von der Heilkraft dieser Stätte ...

Zum Abschluss dieses  Berichtes noch etwas Kulinarisches aus dem Bundesstaat Jalisco - Tequila!

Der Bundesstaat Jalisco ist die Heimat des berühmtesten aller mexikanischen Getränke, dem Tequila. Seit dem 17. Jh wird hier aus der blauen Agave tequilana der hochprozentige Schnaps hergestellt. 

Es besteht ein Gebietsschutz, ähnlich wie beim französischen Cognac: Lediglich der Agavenschnaps aus und der Umgebung des Städtchens Tequila darf auch als Tequila  bezeichnet werden. (Tequila anderer Herkunft heißt deshalb auch "Mezcal") Dort gibt es über 60 Tequila-Destillierer, die größten heißen Sauza und Jose Cuervo, wobei letzterer unser Favorit ist. Wahrscheinlich gibt es Hunderte von Sorten, wir sind noch immer beim Durchprobieren ... Echter Tequila muss mindestens 50 % Schnaps von der Tequila-Agave enthalten.  Der beste Tequila besteht natürlich ausschließlich aus deren Saft  und wird in Eichenfässern zur Milde (jahrelang - "anjo") gereift. Allein die weltweite Nachfrage nimmt ständig zu, es werden immer mehr Tequila-Felder benötigt und "Schnapszauberer" gibt es wohl auf der ganzen Welt.

Für die armen Mexikaner ist der Tequila viel zu teuer, eine Flasche des guten Saftes kostet so um die 10 Euro, sie weichen daher auf den ebenfalls sehr guten, aber nur halb so teuren  mexikanischen Rum aus. 

So, nach so viel Kultur und noch mehr Hochland freuten wir uns wieder unbändig, am Pazifik mit seinen Traumstränden angekommen zu sein.  Aber das steht in einer anderen Geschichte ...

 

 

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Stand: 14.02.2007