Das
mexikanische HochlandZentralmexiko
wird von der Sierra Madre Occidental im Westen und von der Sierra Madre
Oriental im Osten begrenzt. Dazwischen liegt ein Hochplateau auf einer
Höhe zwischen 1500 und gut 2500 Metern. Mächtige Vulkankegel
ragen aus der Landschaft heraus, der höchste und zugleich höchste Berg
Mexicos ist der 5700 m hohe, schneebedeckte Pico de Orizaba, in der
Nähe seines berühmten Nachbarn, dem 5452 m hohen Popocatepetl.
Obwohl
große Teile des mexikanischen Hochlands in den Tropen liegen, kann man
das ganze Jahr aufgrund der Hochlage angenehme Temperaturen genießen,
ja im Winter kann es in den höher liegenden Städten ganz schön kalt
werden.

Wir
beschlossen von der Pazifikküste bei Mazatlan, das Hochland
erstmals in "Angriff" zu nehmen. Ca. 10 Tage verbrachten wir
in der "Kälte", dann zog es uns wieder an den Pazifik. Dabei
hatten wir eine spektakuläre Bergstraße mit über 2700 Höhenmetern zu
bewältigen. Es ist unglaublich beindruckend, von der tropischen
Vegetation der Küstenregion über unzählige Serpentinen bis in eine
Kiefernregion hinaufzufahren, die einer österreichischen Landschaft
nicht unähnlich ist.
Am Pass
überquerten wir einen steilen Bergrücken, der bezeichnenderweise
"Rückgrat des Teufels" genannt wird. Gewaltige
Abgründe tun sich hier auf.

Die Fahrt
bis Durango dauerte dann mehr als 6 Stunden über zT schlechte Straßen,
was uns dann einigermaßen abgekämpft die Stadt erreichen ließ.
Durango
- die erste der schönen Kolonialstädte
Durango liegt auf 1900
m Höhe und weist das typische Muster einer spanischen Kolonialstadt
auf. Die Straßen sind großteils schachbrettartig angelegt, weshalb die
Orientierung nicht schwer fällt. Im Zentrum steht eine schöne
Kathedrale und davor liegt der Hauptplatz, in Mexiko als "Zocalo"
bezeichnet.

Der Platz ist auch das gesellschaftliche Zentrum einer
mexikanischen Stadt, dort spielen die Kapellen, die Leute gehen
flanieren oder man entspannt sich unter den schattenspendenden Bäumen.
Einfach herrlich! Es herrscht immer eine relaxte Atmosphäre, alle Leute
sind stets gut gelaunt und die zahlreichen Kinder spielen begeistert mit
den in allen Farben und Formen erhältlichen Luftballons. Lebensfreude
pur, nicht zu vergleichen mit den Plätzen bei uns ...
Der tollste
Kolonial-Palast, die Casa de los Condes, beeindruckt mit üppig
geschwungenen Säulen samt feinster Verzierungen. Hier hat sich eine
Filiale der Banamex-Bank direkt im Innenhof eingenistet, weshalb Fotografieren
im Hof leider verboten war!

Vor der Kathedrale
begrüßte uns kurioserweise eine Statue des Papstes, der Durango anlässlich seiner
Mexiko Reise 1990 besuchte.

Da
Durango keinen Campground in der Stadt hatte, campten wir bei einem
Motel, wobei uns die Verwaltung freundlicherweise einen Zimmerschlüssel
überreichte und wir so mal ein Privatbad samt Fernsehabend
genießen konnten.
Zacatecas
- Königin des Silbers und Weltkulturerbe
Zacatecas
befindet sich ca. 300 km südlich von Durango auf 2600 m. Die Stadt
gehörte gemeinsam mit Guanajuato zu den reichsten Silberstädten der
spanischen Kolonie "Neu-Spanien". Sie liegt wunderschön
einbettet zwischen Hügeln in einer wüstenähnlichen Landschaft, was
zum Reiz dieser Stadt noch mehr beiträgt.

Das ganze
"Centro-Historico" wurde von der Unesco zum Weltkulturerbe
erklärt, und alle Häuser aus rotem Gestein sind dementsprechend
stilvoll renoviert.
Wir
blieben 3 Nächte auf einem Campground "über den Dächern"
der Stadt und genossen die herrliche Lage, die winkeligen Gassen und die
sauberen Plätze.

Die
Höhenlage ließ besonders Michael schlecht schlafen, aber wir nahmen
das gerne in Kauf, angesichts der Einmaligkeit der Stadt. Wir trafen
dort ein schweizer-österreichisches Kanada-Auswanderer-Paar, das den
Winter seit etlichen Jahren in Mexiko verbringt. Gemeinsam mit ihnen
besuchten wir auch noch ein paar der anderen Kolonialstädte des
Hochlandes. Es war sehr angenehm, mit ihnen über die
Schweiz und Österreich der vergangenen Jahrzehnte zu plaudern.
Hervorragend,
im wahrsten Sinne des Wortes ist die Kathedrale. Ihre Fassade gehört zu
den schönsten Beispielen des typisch mexikanisch, ultrabarocken
Baustiles.


Architektur-Interessierte
können sich durch einen Klick auf das Icon die reich verzierte, fast
überladene Fassade der Kirche im Großformat runterladen - es dauert
aber, je nach Connection, bis zu 2 Minuten.
Ein
"Extrazuckerl" bietet die Stadt mit einer Seilbahn, die sich
zwischen den Hügeln über die Stadt spannt. Die Fahrt war
wieder mal eine typische "Foto-Bonanza", dh Filmmaterial wurde
en masse verbraucht.

Neben der
Bergstation gibt es ein interessantes Museum, das besonders der Zeit der
mexikanischen Revolution (1911 - 1917) gewidmet ist. Damals wurde
Zacatecas von der "Division Norte" des berühmt-berüchtigten
Generals Pancho Villa eingenommen. Beim
Reisen durch das mexikanische Hochland wird man unwillkürlich mit der
Geschichte Mexikos konfrontiert. Daher bauen wir auch in unserem Bericht
immer wieder kurze historische Fakten ein, ohne die das heutige Mexiko
undenkbar wäre.

Zacatecas
besitzt auch eine kleine nette Kaffeehaus-Kultur, die von uns natürlich
dankbar angenommen wurde.

Was wäre
jetzt aber eine Silberstadt ohne Silberminen? Der Bergbau wurde schon
vor Jahrzehnten eingestellt, aber die alten Minen sind zT zu
besichtigen, Fans lassen sich das nicht entgehen. Und für die
Youngsters ist die nächtliche "Minendisco" in einem alten
Stollen ein Hit.
Diese
Stadt hatte uns also in ihren Bann gezogen und wir fragten uns, ob das
Flair, die Architektur, die Gassen, die beschaulichen Plätze, die
Paläste und Kirchen noch übertroffen werden konnten?
San Luis
Potosi - schon wieder eine Silberstadt mit Charme
Diese
Stadt unterscheidet sich von Zacatecas vor allem durch seine Lage im
Flachland ohne nennenswerte Hügel. Somit blieb den Stadtvätern viel
mehr Platz für die Entwicklung der Stadt. Es fehlen also die
reizvollen, steilen Gässchen. Dafür ist das historische Zentrum
großzügig angelegt: Ein riesiger Hauptplatz (Zocalo) mit großer
Kathedrale, daneben das neoklassizistische Stadttheater.

Bei der
Einfahrt in die Stadt "adoptierte" uns ein radfahrender
Tourist-Guide, der uns zu den interessanten Stadtviertel bugsierte, samt
dazugehörigem kostenlosen Parkplatz. Wir hatten also nicht weit ins
Zentrum zu gehen und genossen die vorweihnachtliche Atmosphäre rund um
den Zocalo. Die Mexikaner feiern Weihnachten nicht so andächtig wie bei
uns, es ist einfach ein fröhliches Familienfest, wobei auch der Kitsch
nicht zu kurz kommt, am Beispiel der lebensgroßen Krippe am Hauptplatz
gut zu sehen.

Ein
nettes Kaffeehaus schenkte uns guten Kaffee ein, leider musste Michael
auf die leckeren Torten verzichten, weil er noch etwas an den
unangenehmen Folgen eines Abendessens laborierte.

Wir
verbrachten die Nacht erstmals am Parkplatz des Walmart-Kaufhauses, in
den USA ist das ja nicht ungewöhnlich, mit einem Motorhome beim Walmart
zu stehen. Aber hier, in Mexiko, kommt das viel seltener vor, wir
fühlten uns nicht richtig wohl, bis zu dem Moment, als uns die Security
Leute weckten. Nach einer kurzen Erklärung, wurde uns gute Nacht
gewünscht und so angenehm verlief der Rest dann auch.
Guanajuato
- Zacatecas Rivalin um den Titel der schönsten Kolonialstadt
Neugierig
und gespannt zugleich steuerten wir unser nächstes Ziel an. Sollte
Guanajuato Zacatecas wirklich an Schönheit noch übertreffen? Die
Ausgangslage ist für beide Städte ungefähr gleich: Beide liegen über
2000 m in Hügeln eingebettet. Beide sind Universitäts- und natürlich
Silberstädte. Beide sind Hauptstädte der gleichnamigen Bundesstaaten
und die Innenstädte gehören zum Weltkulturerbe.
Nun aber
zu den Unterschieden. In Guanajuato wird der Verkehr großteils über
Tunnel geleitet, die früher einmal als Hochwasserschutz vor dem Fluss
uns als Abwasserkanalsystem dienten. Seit damals hat sich der Fluss
tiefer in die Erde gegraben und die Stadtverwaltung erkannte rechtzeitig
die große Chance, den motorisierten Verkehr unter die Erde zu bringen.
(Was für ein Segen wäre diese Einrichtung für Salzburgs
Hauptverkehrsader Ignaz-Harrer-Straße!)


Immer wieder findet man
in der Stadt Tunnelausgänge, und die Häuser wurden zT direkt über
offene Tunnelabschnitte gebaut. Ein Labyrinth also - unmöglich als
autofahrender Fremder im richtigen Moment aufzutauchen, wie uns eine
kleine Expedition in die Unterwelt belehrte!
Die
Häuser sind in Guanajuate bunt angemalt und stehen oft dicht gedrängt
zusammen, sodass die Gassen gerade noch zum Durchschlupfen geeignet
sind. Bezeichnenderweise heißt eine der engen Gässchen auf gut
Österreichisch "Busserl-Gasserl". Zahlreiche Annekoten
berichten hier von gehörnten Ehemännern und dramatischen
Liebesabenteuern.

Die
Iglesia San Franciso, das Wahrzeichen Guanajuatos, kann unserer Meinung
nach nicht mit dem Dome von Zacatecas und seiner einzigartigen
Fassade mithalten.

Dafür
besitzt Guanajuato mit der Festung Alhondiga, einen Ort von historischer
Dimension. Für uns, von der Festung Hohensalzburg verwöhnte,
eher ein mäßig interessanter Bau, er diente ja ursprünglich als
Getreidespeicher. Aber hier feierten die Unabhängigkeitskämpfer mit
deren Einnahme ihren ersten großen Triumph und später wurden die
Köpfe, der von den Spaniern enthaupteten Helden in Käfigen an den vier
Ecken der Burg zur Abschreckung 10 Jahre lang ausgestellt. Im
Inneren kann man heute die Ehrendenkmäler der vier ersten Anführer der
Unabhängigkeitsbewegung, allen voran des charismatischen Priesters
Hidalgo, besichtigen und außerdem brennt hier die ewige Flamme der
Unabhängigkeit - Mexikos Nationalheiligtum also.

Mit einer
Seilbahn über die Stadt kann Guanajuato zwar nicht aufwarten, dafür
fährt eine Standseilbahn auf den Hügel direkt über dem Hauptplatz,
was ebenfalls tolle Einblicke in das Zentrum (hier mit Theatro Suarez
und Barockkirche San Diego) ermöglicht.

Außerhalb
der Stadt gibt es vor allem zwei Örtlichkeiten, die eine Besichtigung
Wert sind: Die Ex-Hacienda de San Gabriel de Barrera vermittelt
einen Eindruck vom Reichtum und der Üppigkeit des Lebens der
Silberbarone.

Ihre Gärten wurden nach unterschiedlichsten Themen gestaltet,
besonders der Sukkulten-Garten fand unseren ungeteilten Beifall.

Die
zweite Sehenswürdigkeit verlangt nach einem starken Magen und einer
unvoreingenommenen Einstellung zum Tod. Im Museum de las Momias werden
unverweste Leichen aus dem angrenzenden Friedhof ausgestellt. Die
Welt-Einzigartigkeit erklärt sich durch den starken Mineralgehalt des
Grundwassers. So konnten die Körper der Beerdigten nicht
auf die übliche Weise durch Pilze und Bakterien "abgebaut"
werden, sondern wurden praktisch samt ihrem Gewand einbalsamiert.
Irgendwer kam dann Anfang der 30er Jahre des 20 Jh auf die Idee, die
"Mumien" auszustellen.

Die "grauslicheren" Exemplare
werden zwar heute nicht mehr gezeigt, aber auch so schlägt sich die
Sache bei längerem Besuch auf den Magen. Das Museum erfreut sich jedoch
großen Zuspruchs bei den Mexikanern und beweist wieder einmal den
lockeren Umgang der Mexikanern mit "unserem" Tabuthema
Tod.
Wer mehr
sehen möchte, kann hier einen kleinen Video-Cut vom Gang durch die
Mumien-Parade downloaden: momias.wmv
Die Jury
tut sich angesichts der Großartigkeit und Schönheit beider Städte
schwer, einen Sieger zu nennen. Letztendlich sollte aber die größere
Anzahl von Einzigartigkeiten Guanajuatos den Ausschlag geben, diese
Stadt zur Königin des mexikanischen Hochlandes zu erklären. Wie immer
bei knappen Entscheidungen, können wir uns jedoch des Vorwurfes der
Ungerechtigkeit und Subjektivität nicht entziehen. Daher: Es leben die
beiden Königinnen Zacatecas und Guanajuato - mögen möglichst viele
Touristen die Ehre haben, deren Schönheit bewundern zu dürfen- wir können
das nur wärmstens empfehlen.
Wir
wohnten wiederum auf einem Campingplatz hoch über der Stadt, der nur
über extrem steile und verwinkelte Gassen zu erreichen war. Vielleicht
erklärte das, warum nur wir und das schweizer-österreichische Paar
diesen schönen Platz aufsuchten.

San
Miguel de Allende - mal keine Silberstadt aber Lieblingsort der
"Norteamericanos"
Leutnant
Ignacio Allende war der erste Oberbefehlshaber im
Unabhängigkeitskrieg von 1810 bis 1821. Die Stadt wurde zu Ehren ihres
großen Sohnes später nach ihm umbenannt.

Hier lebt
seit den 30er Jahren eine große nordamerikanische Kommune, vor allem
Künstler und Schriftsteller, aber auch unzählige gelangweilte Rentner
sowie Studenten, die die örtlichen Sprachschulen füllen. Als
Folge gibt es die größte Ansammlung von Galerien, Artesania-Läden,
Cafes sowie Restaurants und fast an jeder Ecke versucht ein
Immobilienmakler, Wohnungen und Häuser gegen teure Dollars an den Mann
zu bringen. Das Preisniveau ist natürlich höher als in
"normalen" mexikanischen Städten und Englisch ist eine
gängige Umgangssprache (Ein Reisebuchautor meinte ironisch, dass man in
dieser Stadt besser Englisch als Spanisch lernen könnte).
Wir
blieben 2 Nächte, genossen das Ambiente der Lokale und den Zocalo mit
seiner bizarren Kirche, die von einem autodidakten Architekten,
indianischer Herkunft gebaut wurde. Die Fantasie-Gotik erinnert
irgendwie an französische Kathedralen.

Unweit
von der Stadt befindet sich der Ort Dolores Hidalgo, wo der
Unabhängigkeitskrieg mit dem berühmten "Grito", dem Schrei
nach Freiheit, 1810 durch den Pater Hidalgo begonnen wurde.
Jedes
Jahr, am 15. September, wird dieser Schrei vom Präsidenten vom Palacio
Nacional in Mexiko-City wiederholt. Ein wichtiges Ritual für die
mexikanische Nation, wenn man bedenkt, wie oft Mexiko von ausländischen
Invasionen seit damals heimgesucht wurde:
1838
kurze französische Invasion, 1847 US-Truppen besetzen die Hauptstadt,
1861 England, Spanien und Frankreich senden Truppen, weil Mexiko die
Zahlungen einstellte, 1863 hieft Frankreich den Habsburger
Maximilian auf den Thron, 1867 die Franzosen werden hinausgeworfen,
letzte kurze Intervention
vom großen nordamerikanischen Bruder 1914 anlässlich der mexikanischen
Revolution.
1938 droht die USA mit dem Einmarsch wegen der Verstaatlichung der
Ölindustrie.
Morelia
- und noch eine Kolonialstadt
Der Name
der Stadt ehrt wiederum einen berühmten Unabhängigkeitskämpfer.
Morelia ist eine aufstrebende Industriestadt mit beachtlichem
historischen Zentrum.

Sie wird als die "spanischte"
aller Kolonialstädte bezeichnet, und wirklich, der nüchterne
altspanische Stadtcharakter blieb erhalten. Vielleicht auch wegen der
fehlenden Straßenhändler.

Wir
blieben nur eine Nacht, irgendwie ging uns schön langsam die Motivation
für Stadtbesuche aus. Also berichten wir nicht von Uruapan, Colima oder
gar Guadalajara sondern es zog uns zu einem ganz anderen Ort ...
Paricutin
- oder die Geburt eines Vulkans vor 60 Jahren
Wir lasen
in unseren Reiseführern von dieser Weltsensation: 1943 bebte die Erde
unter den Füßen eines Bauern bei der Ortschaft San Juan
Parangaricutiro. Die Erde riss auf, Lava und heiße Asche wurden
in die Luft geschleudert. Nach und nach türmte sich ein Vulkankegel ein
paar hundert Meter in die Höhe. Die ausfließende Lava bewegte sich
langsam auf das Dorf zu und begrub schließlich alle Häuser unter sich.
Lediglich der Kirchturm von San Juan schaut noch aus der kilometerweiten
schwarzen Lavamasse heraus.
Der
Bericht faszinierte uns und wir beschlossen, dieser
"Naturkatastrophe" auf den Grund zu gehen. Die Anfahrt
gestaltete sich zwar etwas langwierig wegen des schlechten
Straßenzustandes, aber schlussendlich gelangten wir in das
Indigenas-Dorf Angahuan, wo die Dorfbewohner ein kleines
Touristenzentrum samt Mini-Museum aufgebaut hatten.
Von der
Aussichtsterrasse hatten wir schon einen guten Blick auf den (fernen)
Vulkankegel und den Kirchturm im schwarzen Lavameer. Der
inzwischen erloschene Vulkan wirkte auf uns etwas enttäuschend, da er
mitten in einer Gruppe anderer Vulkane steht. Also verzichteten wir auf
dessen Besteigung und begnügten uns mit einer Visite des begrabenen
Dorfes samt Kirchturm.

Wir
wurden von einem ortskundigen Führer des Stammes der Tarasken geleitet
(wir sahen den 100 Pesos "Obulus" als Unterstützung
für das dahinsiechende Touristenzentrum an). Am Ort des
dramatischen Geschehens angekommen, bemerkten wir, dass nicht nur der
Kirchturm sondern auch Teile des Altares vom schwarzen Brei verschont
geblieben waren.

Die Einheimischen werten diese Tatsache natürlich als
Wunder und unser Führer erzählte uns von der Heilkraft dieser Stätte
...
Zum
Abschluss dieses Berichtes noch etwas Kulinarisches aus dem
Bundesstaat Jalisco - Tequila!
Der
Bundesstaat Jalisco ist die Heimat des berühmtesten aller mexikanischen
Getränke, dem Tequila. Seit dem 17. Jh wird hier aus der blauen Agave
tequilana der hochprozentige Schnaps hergestellt.

Es besteht ein
Gebietsschutz, ähnlich wie beim französischen Cognac: Lediglich der
Agavenschnaps aus und der Umgebung des Städtchens Tequila darf auch als
Tequila bezeichnet werden. (Tequila anderer Herkunft heißt
deshalb auch "Mezcal") Dort gibt es über 60
Tequila-Destillierer, die größten heißen Sauza und Jose Cuervo, wobei
letzterer unser Favorit ist. Wahrscheinlich gibt es Hunderte von Sorten,
wir sind noch immer beim Durchprobieren ... Echter Tequila muss
mindestens 50 % Schnaps von der Tequila-Agave enthalten. Der beste
Tequila besteht natürlich ausschließlich aus deren Saft und wird
in Eichenfässern zur Milde (jahrelang - "anjo") gereift.
Allein die weltweite Nachfrage nimmt ständig zu, es werden immer mehr
Tequila-Felder benötigt und "Schnapszauberer" gibt es wohl
auf der ganzen Welt.
Für die
armen Mexikaner ist der Tequila viel zu teuer, eine Flasche des guten
Saftes kostet so um die 10 Euro, sie weichen daher auf den ebenfalls
sehr guten, aber nur halb so teuren mexikanischen Rum aus.
So, nach so
viel Kultur und noch mehr Hochland freuten wir uns wieder unbändig, am
Pazifik mit seinen Traumstränden angekommen zu sein. Aber das
steht in einer anderen Geschichte ...