Mexikos
Pazifik-Seebäder
Über
mehrere Tausend Kilometer zieht sich die mexikanische Pazifikküste von
der Mündung des Colorado-River im Mar de Cortez bis an die Grenze
Guatemalas hinunter. Ursprünglich hatten wir gar nicht vor, so viele
Teile der Küste zu bereisen, doch die Kälte und die dünne Luft am
Hochland ließen in uns immer wieder die Sehnsucht danach aufkommen. So
fuhren wir eine Art Zickzack-Route: Vom Pazifik ins Hochland, runter an
den Strand, rauf ins Hochland ...
Die
Seebäder unterscheiden sich ziemlich stark von einander, mal kleine
ruhige Fischerdörfer, mal große, modene Städte mit Tradition, oder
auch Retorten-Komplexe für Pauschalreisende. Ebenso der Pazifik selbst:
Als der "Friedvolle" kann er nur in ausgewählten Orten oder
Buchten bezeichnet werden, meist überwiegt eine ordentliche Brandung,
die schwimmen nur bei größter Vorsicht zulässt, ein Surfer-Paradies
eben.
Die
folgende Auswahl entspricht unserer tatsächlich gefahrenen Route von
Nord nach Süd, weshalb wir nicht
jedes Seebad erwähnen können.
Mazatlan
- erste Kontaktaufnahme

Mazatlan ist ein
aufstrebendes Seebad und eine große Stadt zugleich, was eine unterschiedliche Bewertung erfordert. Die Altstadt ist relativ reizlos
um nicht öde zu sagen, die Hotelzone liegt nördlich der Stadt und wird
ständig weiter gebaut. Als Folge verschwinden freie Strandteile, die
freies Campen ermöglichen und man ist gezwungen, die mehr oder weniger
attraktiven Campgrounds zu besuchen. Anscheinend überwintern hier
mehrere Tausend Nordamerikaner mit ihren Jumbo-Wohnmobilen. Wir hatten,
wie wir später erfuhren, Glück und wählten sofort den
"natürlichsten" Campground: Zahlreiche tropische Gewächse
wurden hier zwischen den Stellplätzen gepflanzt, so dass man wirklich
das Gefühl haben konnte, in einem tropischen Seebad angekommen zu
sein.
Der Pazifik zeigt sich
hier von seiner sanften Seite, vielleicht auch deshalb, weil der Strand
noch irgendwie von der Baja California, dem langen Zipfel der Halbinsel
Kalifornien, geschützt ist.
Die Sonnenuntergänge
waren großartig zu beobachten, doch dann wurde es schnell kühl und der
Strand leerte sich. Toll waren auch die langen Kolonnen von
Pelikanen anzusehen. Die haben große Freude daran, wie auf einer Schnur
aufgefädelt, ganz knapp über die Wellen zu gleiten. Überhaupt sollten
diese wunderbaren Vögel unsere ständigen Begleiter an den
Pazifikstränden werden.
Barra
de Navidad - Eintauchen in die Welt der Tropenmeere
Bei dem
kleinen Ort Melaque gibt es einen Strand namens Tenacatita. Wir hatten
den Strand als Schnorcheltip von anderen Travellern erhalten und die
Gegend entpuppte sich für uns als kleine Halbinsel mit zwei
unterschiedlichsten Stränden: Der geschützte Teil beherbergt ein
Korallenriff mit tropischen Fischen und der zum Meer offene Teil bot
tolle Sonnenuntergänge mit gewaltiger Brandung.

Wir
fanden dort einen schönen, freien Platz zum Campen, bei dem wir
uns zwar sofort im Sand fest fuhren, aber zum Glück hatten wir ja
damals noch die rettenden Sandbleche dabei!

Ein
netter Künstler und Mexikaner namens Juio hatte sich dem Schutz des
Korallenriffs verschrieben und sorgte für die Sauberkeit des Ortes.
Gerne philosophierten wir mit ihm, trotz unserer spärlichen
Spanischkenntnisse, bei der nachmittäglichen Kaffee-Pause über Gott
und die Welt.

Da wir ja
schon eine ziemliche Erfahrung beim Aufspüren von kleinen
Strandparadiesen gesammelt hatten, war für uns sofort klar, dass wir
hier eine längere Verweilphase einlegen mussten.
Also
gestaltete sich der Tag vor allem nach den optimalen
Schnorchel-Bedingungen. Wenn Windstille und Ebbe herrschte, waren wir
stundenlang im Wasser auf Suche nach den tropisch-bunten
Meeresbewohnern. Selbst Gerti vergaß vor lauter Faszination auf ihren
Respekt vor dem Pazifik und seinen Wellen.
Ixtapa/Zihuatenejo
- Retortenkind für Pauschalreisende
Nun war
totaler Kontrast zu unserem obigen Paradies angesagt. Im Doppelort
Ixtapa/Zihuatenejo hat die mexikanische Tourismusindustrie eine
künstliche Hotelstrandmeile hochgezogen, eigentlich kein Platz für
Individualisten wie uns. Aber wir waren auf der Durchreise und
benötigten einen Schlafplatz, den wir dann auch ganz weit hinter der
Hotelkette fanden.

Dort gab
es auch ein Biotop mit echten Krokodilen zu bestaunen und Warntafeln
wiesen Autofahrer auf die Möglichkeit eines die Straße überquerenden
"Cocodrilos" hin.
Acapulco
- die Grande Dame der Pazifikbäder
Mit
gemischten Gefühlen näherten wir uns dem ältesten Seebad am Pazifik.
Wir fürchteten die totale Verbauung und Vermarktung der einstmals
wunderschönen Bucht.

Dort
angekommen fanden wir zunächst mal einen sehr günstig gelegenen ,
sicheren Campground, direkt an der kilometerlangen Strandpromenade. Von
da konnten wir sehr bequem in die Altstadt spazieren, die - oh Wunder -
noch ziemlich wenig vom Massentourismus verunstaltet wurde.
Von der
Festung hat man einen sehr guten Blick auf die berühmte Bucht von
Acapulco.

Man kann
am Zocalo und Umgebung gut und günstig essen und findet kaum
Pauschaltouristen. Die verlassen offensichtlich nur selten ihre
Hotelburgen am Südrand der Bucht.
Natürlich
sind wir auch zu den berühmten Felsenspringern von Acapulco gegangen,
verpassten aber eine der untertags nur seltenen Aufführungen.


Insgesamt
waren wir von der "alten Dame" angenehm überrascht. Die
Strände waren keinesfalls überlaufen (die Pauschal-Touristen
"hängen" lieber am Pool) und die
Betätigungsmöglichkeiten sind hervorragend.
Puorto
Escondido - Kleiner Ort mit tollem Urlaubsfeeling
Puorto
Escondido liegt ca 500 km südlich von Acapulco. Dort mussten wir
zunächst unsere Wunden nach dem Verlust des Anhängers lecken und die
polizeiliche Anzeige erstatten. Dann lebten wir uns aber sehr gut
an diesem Ort ein. Hinter dem Hauptstrand gibt es eine Fußgängerzone
mit zahlreichen Restaurants und Geschäften.

Die
Atmosphäre ist sehr entspannt, das Publikum ist sehr jung und
international. Außerdem bevölkern zahlreiche US-Surfer die Gegend,
weil am Playa Zicatela optimale Brecher zum Surfen anrollen.
Wir
wohnten bei einem "Hütteldorf", die Mexikaner nennen das
"Cabanas", wo sie auch Camper aufnehmen.
Eines
Morgens unternahmen wir eine von einem kanadischen Ornithologen
geleitete Exkursion zu einer Lagune in der Nähe der Stadt.

Es
handelte sich um eine Vogelparadies erster Güte, wir sahen ca. 50
Vogelarten und genossen die Bootsfahrt in den Mangroven-Wäldern
sehr.

Hier
lässt sich auch ein kurzer Video-Clip dazu starten!
Zipolite
- der Ort, wo Hippie-Träume wahr werden
Diesen
Ort hatte uns ein Artikel in den Salzburger Nachrichten (!) schmackhaft
gemacht. Das Leben in der Hängematte wird dort als Kult
betrieben,

ebenso
die kursierenden Joints und das Nacktbaden, übrigens der einzige Platz
in Mexiko, wo das "Adamskostüm" toleriert wird.

Der Ort
lebt also von seinem zweifelhaften Ruf, zahlreiche junge Pseudo-Hippies
und einige Altgediente dominieren
das Straßen- und Strandbild. Aber es ist auch einmalig
gemütlich! Der perfekte Ort zu relaxen und mit den hohen Wellen zu
spielen. Michael genoss es ungemein, sich von der starken Brandung
"mitreissen" zu lassen und Gerti avancierte zur perfekten
Strandnixe.
Wir
campierten am Parkplatz einer alternativen Hotelanlage mit herrlicher
Aussicht auf den Strand.

Zunächst
war uns der Platz nicht ganz geheuer, wir wurden vor möglichen
Diebstählen gewarnt. Doch nach ein, zwei ruhigen Nächten breitete sich
das Wohlgefühl immer mehr aus und wir mussten nur noch aufpassen, nicht
"hängen zu bleiben".
Huatulco
- leben zwischen den All-Inclusive-Hotels
Unser
letzter Ort am Pazifik war wieder mal ein gigantisches Tourismusprojekt
der staatlichen FONATUR-Gesellschaft, die ua auch für die
Mega-Urlaubsmetropole Cancun verantwortlich ist.
Die
Bahias de Huatulco bestehen aus 9 verschiedenen schönen Buchten, die
durch dezente Nobelhotels verbaut wurden. Die Umgebung wurde zum
Naturschutzgebiet erklärt. Ökotourismus ist angesagt, weshalb wir die
wunderbarsten grünen Leguane in den Bäumen sowie Schwärme von
Zwergpapageien beobachten konnten.

Im
Dschungelstreifen vor dem Strand konnte man dem unbeschreiblichen Gesang
der Tropenvögel lauschen. Der Video-Clip
ist vor allem eine Hörprobe und soll etwas von dem
"Dschungel-Konzert" vermitteln!
Wir
campten auf der letzten verbliebenen Playa Publica,
"eingezwängt" zwischen 5-Sterne-Häusern und trafen
dort unsere Schweizer-Österreichischen Freunde wieder, mit denen wir
eine Zeit lang im mexikanischen Hochland herumgezogen waren.
