Im Südwesten der USA
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Über das Death Valley nach Las Vegas und dann in die Canyons des Big Circle

Bei dieser Riesen-Page haben wir die kleinen Video-Cuts zu Gunsten kürzerer Ladezeiten als Links hinterlegt.

Gebraten in der Gluthitze und dabei unter dem Meerespiegel

Dem Death Valley näherten wir uns mit gemischten Gefühlen.  Heißester und zugleich tiefster Punkt der USA. Wir lasen sorgfältig die Wettervorhersagen und waren schon beruhigt, wenn im Todestal weniger als 110 ° F (ca. 45 ° C) gemessen wurden.

Man darf sich das Death Valley nicht als touristische Traumstrecke vorstellen. Die gab es dann später im Big Circle. Aber dieses Tal weist doch auch einige mehr oder weniger versteckte Highlights auf. 

Wir kamen gerade von den Höhen der Sierra Nevada, hatten zwei Tage vorher noch auf 2500 m bei 3 ° C übernachtet und fuhren am 4. Oktober hinunter in die Tiefe. 

Unten begrüßte uns die sengende Sonne mit 42 ° C im Schatten, Grund genug, sich das A/C gekühlte Visitorcenter gründlich anzusehen. Dort lernten wir ua, dass es zu Anfang des 20. Jahrhunderts einen florierenden Borax-Abbau gegeben hatte. Das gewonnene Mineral wurde mit einem 20-Maultier-langem Zug aus dem Tal befördert. Aber letztendlich wurden alle Besiedlungsversuche der "Bleichgesichter"  irgend wann mal wieder aufgegeben. Lediglich ein Shoshonen Indianer-Stamm weiß seit Jahrhunderten mit dem extremen Klima umzugehen.

Die Nacht brachte überhaupt keine Abkühlung, zu Mitternacht zeigte das Thermometer immer noch 36 ° C an. Aber irgendwie sind wir dann trotzdem eingeschlafen, selbst das Kojotengeheule konnte uns nur kurz aus dem Schlaf reißen.

Noch vor Sonnenaufgang ging es bereits bei 25 °C raus zum wunderbaren Zabriski Point. Der Sandstein schillert dort in den verschiedensten Farben.

Danach unternahmen wir eine kurze Wanderung im Golden Canyon, der im Morgenlicht seinem Namen alle Ehre machte. 

Dann waren die Explorer hungrig und es musste um 8 h ein Frühstück auf den Tisch! So gestärkt durchfuhren wir den herrlichen Artist-Drive, eine 10 Meilen Strecke durch einzigartige Sandsteinformationen.

Als das Thermometer sich um 11 Uhr bereits wieder weit über 35 ° C bewegte, sagten wir dem Todestal adieu und betraten 2 Stunden später die Kunstwelt in der Wüste, Las Vegas.

Wo die Grenzen zwischen Traum und Realität aufgehoben werden

Schon aus der Ferne konnten wir die gigantischen Bauwerke der Stadt aus der Wüste "wachsen" sehen.  Zunächst galt es die gar nicht so kleine Vorstadt von Las Vegas zu durchqueren: Die zahllosen Kellner, Stubenmädchen, Reinigungskräfte, Köche usw wohnen in diesen Vorstadtsiedlungen. 700.000 Einwohner hat der Großraum von Las Vegas, aber das interessiert einen nicht wirklich.  Man will rein, auf den "Strip", wie der 3 Meilen lange Las Vegas Boulevard genannt wird. 

Dabei sind die Motivationen für einen Las Vegas Besuch durchaus unterschiedlich: Während die "Amis" in erster Linie von ihrer Spielsucht getrieben werden, kommen die europäischen Touristen zum Bestaunen dieses Kunstgebildes in der Wüste. Als Resultat gibt es hier die meisten Hotelbetten der Welt und riesige Camperparks, meist den Spielcasinos gleich angeschlossen, weshalb  die Übernachtung in Las Vegas auch sehr erschwinglich ist, sieht man mal von neuen Nobel-Hotels am Strip ab. 

Wir blieben 3 Nächte (5. - 8. Oktober) auf einem Camperpark mit großem Pool, der uns die nötige Abkühlung für den Besuch des "Strip" brachte.  Es war eine äußerst kurzweilige und fürs Auge anstrengende Zeit, wir liefen staunend durch die tollen Themen-Landschaften der neuen Hotel-Komplexe und gönnten uns abends Live-Shows, wobei "Zumanity" des Cirque du Soleil unser Favorit war. 

Aber auch ohne zu zahlen kann man in Las Vegas einiges erleben. Im Venetian werden italienische Arien zum Besten gegeben, vorm Bellagio "tanzt" alle 15 Minuten ein Wasserballet hervorragendster Güte,  weiters gibt es Piratenschlachten, Vulkanausbrüche und und und.

 

Unser Lieblingsplatz war das NewYork NewYork, vor allem weil uns die Kneipenvielfalt überzeugte: Im  9-Fine-Irishmen-Pub geigte eine tolle Band samt tanzendem Mädel, in der  Piano-Bar am Timesquare wurden wir zum Mitsingen von Gassenhauern animiert. 

In der Big-Apple-Bar gab es Jazz-Konzerte und in den "Straßen" von NewYork konnte man sich nach Herzenlust an den Ständen "durchessen".

 Selbst  das allerbeste Ciabatta erstanden wir in einem italienischem Delikatessen Laden. Nicht zu vergessen das "Zumanity"-Theater des Cirque du Soleil!

Knapp dahinter, auf unserem  Las-Vegas-Top-Ranking, folgt das Venetian, eine Kopie der Lagunenstadt ganz ohne Brackwassergeruch.

 Fasziniert schlenderten wir durch die Gassen "Venedigs", beeindruckt von der Gestaltungskraft des Menschen. 

Am Canal Grande boten echte Gondoliere ihre Dienste an und schmetterten während der Bootsfahrt bekannte italienische Lieder. Manche werden das als Kitsch bezeichnen, aber selbst Venezianische Touristen waren  begeistert! Was man mit dem Geld der Spielsüchtigen nicht alles anfangen kann!

Gefallen hat uns auch das Bellagio. Ein geschmackvoller Edelbau mit teuren Boutiquen und dem besten Eis-Palast der USA. (Leider ohne Bild) Davor gibt es das schon erwähnte Wasserballet zu bewundern. 

Die 1/3 Kopie des Eiffelturms ist leider ziemlich verbaut!         Die Sphinx am Eingang zur Pyramide des Luxor

Der goldene Löwe am Eingang zum MGM

Das Monte Carlo gibt sich so exklusiv wie das Original in Monaco

Andere Top-Adressen sind das Paris, das Luxor, das MGM, das Monte Carlo,  das Excalibur, das Mirage,  Cesar's Palace und am Ende des Strip der Stratosphere Tower. Ständig wird umgebaut und neues geschaffen. 

Unvergessen wird die nächtliche Fahrt über den Strip bleiben ...

Die Innenstadt, Downtown,  kann mit den Attraktionen des "Strip" trotz nächtlicher Lightshow nicht mehr mithalten und zieht wohl nur mehr das klassische amerikanische Spieler-Publikum an. 

Wir können Las Vegas als Ausgangspunkt für eine Canyon-Rundfahrt nur empfehlen, ein größerer Kontrast zwischen Kunst- und Natur-Welt ist wohl nirgends möglich.

 

 

Wo der Mensch zum Winzling wird 

Jetzt ging es tief in den Südwesten der USA, von den meisten Reiseführern als die Panoramastrecke der USA schlechthin bezeichnet. Dementsprechend hoch waren unsere Erwartungen und groß die Vorfreude. Von freundlichen österr. Touristen wurde uns noch ans Herz gelegt, ja keinen der zahlreichen Nationalparks aufgrund ihrer Einzigartigkeit auszulassen.  Also - nichts wie hin!

Die ganze Region wird als "Big Circle" bezeichnet und betrifft die vier Bundesstaaten Utah, Arizona, Colorado und New Mexico.  Wir nahmen die Gegend im Uhrzeigersinn von Utah aus in Angriff und hielten uns vom 9. - 23. Oktober in dem Gebiet auf.

Um eine ungefähre Vorstellung von der Gegend zu bekommen, stelle man sich die Landschaft zunächst einmal als Hochebene (Great Plateau) vor, die aus mehreren Stufen besteht (Great Staircase).  Dann sind viele Teile dieser Hochebene von Wind und Wasser so stark erodiert worden, dass oft nur mehr spektakuläre Felsgebilde davon übrig sind (zB Arches, zu deutsch Bögen). Und außerdem haben sich die Flüsse tief in in den meist weichen Sandstein eingegraben, was zu der typischen Canyon-Bildung beitrug.

Unser erster Nationalpark war der Zion-NP, der von Mormonen seinen Namen erhielt, die sich so das Himmelreich vorstellten. Im Zion-NP gibt es die tiefsten roten Sandsteinschluchten der Welt zu begutachten. Über diesen Sandstein-Wänden "thronen" oft weiße Gebirgsgipfel, die einen phantastischen Kontrast dazu abgeben.  

Die Hauptschlucht ist für den privaten Verkehr gesperrt, dafür gibt es einen kostenlosen Shuttledienst bis ans Ende des fahrbaren Weges. Dahinter geht es für die Abenteurer erst richtig los, man kann durch den Fluss in eine sich immer mehr verengende Klamm meilenweit waten. Wir begnügten uns mit dem teilweisen Abradeln des Weges und den genussvollen Blicken nach oben. 

Dabei erspähten wir auch zahlreiche Kletterer auf den senkrechten Felswänden. 

Als nächster NP stand der Bryce NP auf dem Programm. Von vielen als der wunderbarste NP des Big Circle  bezeichnet. Und wirklich, man kann sich an den rot-goldenen Sandsteinformationen mit oft weißen Spitzen (aus Puderzucker oder mit Sahnehäubchen) kaum satt sehen.

 Vergleiche mit Märchenschlössern taten sich uns auf - eine Wunderwelt, in der man mit etwas Phantasie die phantastischsten Figuren offenbarten. Dabei ist der Bryce NP gar kein Canyon sondern eine Abbruchkante der Hochebene. Man muss deshalb auch die Mühe auf sich nehmen, etwas in diese Phantasiewelt hinabzusteigen. 

Zwischen dem Bryce NP und unserem nächsten Ziel, dem Capitol Reef NP verläuft die sagenhafte Straße # 12, die oft über schwindelerregende Kämme in tiefe Schluchten und dann wieder durch herrliche Hochwälder verläuft.

 Das ist für uns die Traumstraße par excellence und nicht etwa der Highway # 1 an der Pazifikküste. Dort wurde uns auch erstmals das Gefühl des "Indian Summers" durch herrlich goldgefärbtes Espenlaub vermittelt.

Der Capitol Reef NP bietet, neben gewaltigen wiederum roten Sandstein-Gebirgen, die Besonderheit einer Oase in der seit den ersten Mormonensiedlern Ende des 19. Jahrhunderts Obstbau betrieben wird. Man hat das Gefühl, mitten in einem kleinem Paradies zu sitzen. 

Leider wurden deren Schöpfer, die Mormonen, mit Gründung des Nationalparks nach und nach verdrängt.

Außerdem gibt es auch eine, im Gegensatz zum Zion-NP, trockene Schlucht, die man bei guten Wetter mit dem Auto befahren, bzw. die letzten Meilen auf Schusters Rappen erkunden kann. 

Das nächste Ziel unserer Canyon-Ralley war vom Capitol Reef-NP ca. 170 Meilen entfernt und hieß verheißungsvoll Arches-NP. Dort sollten wir also die größte Ansammlung von Fels-Bögen betrachten können. Der Nationalpark ist derartig beliebt, dass man sich bereits am frühen Morgen an dessen Toren um einen Platz auf dem Campground  bewerben muss. Wir übernachteten deshalb den Tag davor auf einem privaten Campground im Städtchen Moab und durften dort unsere erste  und bisher einzige Frostnacht erleben.

Die größte Überraschung für uns im Arches NP war, dass die Stein-Bögen nicht etwa am Straßenrand auf uns warteten.  Im Gegenteil, man muss sie auf mehr oder weniger anstrengenden Wanderwegen entdeckten! Also hieß es für uns zu marschieren, der Lohn war dafür umso größer! Die Bilder lassen natürlich die wahren Dimensionen dieser Monumente nur erahnen, aber wir wollen damit auch die Verschiedenartigkeit der Bögen dokumentieren!

Der Landscape Arch, mit über 50 m Spannweite Rekordhalter im Park!

Der Navajo-Arch wirkt beinahe wie ein Tunneleingang

Lediglich den "Delicate Arch" haben wir bei Sonnenuntergang eher von der Ferne aus betrachtet, im Vertrauen auf die formatfüllende Auflösungs-Kraft unseres großen Teleobjektives. Das Foto der Digi-Cam zeigt Michael bei der "intensiven"  Feldarbeit.

Vom Arches NP war es nur mehr 30 Meilen in den Canyonlands NP. Dieser Nationalpark ist sozusagen der kleine Bruder des Grand Canyon, weil die Felswände nur ungefähr halb so hoch sind wie die des großen Bruders. 

Der Smog stammt von den Kohlekraftwerken der Umgebung!

Aber er bietet mit dem Colorado-Knie ein beliebtes Fotomotiv und außerdem kann man die Gegend auch wunderbar mit Jeeps befahren, was im Grand Canyon nicht möglich ist. 

Dann folgte Michaels Traumgegend. Wie oft sah er sich beim Studium diverser Fotobände in der Fantasie  im Monument-Valley vor dem VW-Bus stehen! Und nun wurde es zur Wirklichkeit! 

Ein Wildwestlandschaft erster Güte! Man kann auf einem 10 Meilen Scenic-Loop durch die bizarren Felsnadeln auf grobem Schotter und Sand "düsen". 

Fehlt nur noch, dass John Wayne über das Bild reitet!

Unvergessen wird die Stimmung bei Sonnenuntergang auf dem Campground in herrlicher Lage bleiben! 

 

Dabei handelt es sich um gar keinen Nationalpark sondern um Indianerland, vom Stamm der Navajos verwaltet. Vielleicht  konnten wir  deshalb erstmals herrliches ungechlortes Wasser in unseren Tank bunkern!

Nach dem Tal der Monumente folgte wieder einmal Kontrastprogramm. Es ging in den berühmten Antelope-Canyon . Wiederum im Navajo-Land, wird man von diesen per Jeep zu dieser Weltsensation kutschiert. Man kann den teilweise höhlenartigen Slot-Canyon nur bei Schönwetter besuchen, sonst drohen lebensgefährliche Blitzfluten, die vor ein paar Jahren 20 Touristen das Leben gekostet haben. 

Genaugenommen handelt es sich um versteinerte Sanddünen, durch die sich der Fluss irgendwie seinen Weg bahnte. Abhängig von der Tages- und Jahreszeit ergeben sich die fantastischsten Farbspiele an den Canyon-Wänden. 

Leider findet man nur selten Zeit für eine optimale Fotoeinstellung, weil ständig Leute durch den Canyon "geschleppt" werden. Deshalb verschossen wir bei Belichtungszeiten bis zu 30 Sekunden einige Fotos.

Aber der Eindruck von diesem Labyrinth in der Unterwelt war schon gewaltig, ´selbst wenn die Digi-Cam-Bilder nur einen schwachen Abglanz davon lieferten. (Deshalb sollte man sich ja unbedingt auch unsere Dia-Show vom Worldtrip ansehen)

 

Danach wollten wir endlich die Wasser des Colorado begrüßen. 

Möglich war dies bei Lees Ferry, wo die Rafting-Crews für den Trip durch den Grand Canyon ablegen. Leider sahen wir keine Crew an uns vorbeirauschen, aber Michael bekam unglaublich Lust auf eine Tour. Zum Glück (für Gerti) sind die Grand Canyon White-Water-Tours aber für Monate im voraus ausgebucht. 

Nun zum Crescendo, dem krönenden Abschluss, dem alles überstrahlenden Grand Canyon NP, wie das Prospekt behauptet. Der erste Blick in den Abgrund riss uns jedoch nicht vom Hocker, zu viele Canyons hatten wir vorher schon gesehen. Er war groß, ja gewaltig, na und? 

Doch dann kam jener Sonnenuntergang, der die Wände des Canyons erglühen ließ und vorbei war's mit der "Another-Canyon-Attitude".  Staunen und Ergriffenheit machte sich breit.  Zwölf verschiedene Gesteinsschichten bietet der Grand Canyon, jede in einer anderen Farbschattierung nur darauf wartend, dass die Sonne ihren Glanz bloßstellte.

Wer Lust hat, kann sich hier auch ein kleines Video von dem MAGISCHEN MOMENT anschauen.

Am nächsten Tag machten wir eine South-Rim-Wanderung direkt an der Kante in die Tiefe. 

Auf den zahlreichen Aussichtspunkten kann man den Blick in den Abgrund genießen und die sportlicheren Naturen bei ihrem  1300 m  Abstieg zu den Ufern des Colorado samt schweißtreibendem Wiederaufstieg beobachten. 

Andere ließen sich per Muli-Karawane in die Tiefe schaukeln und wieder andere bevorzugten das Erlebnis eines Helicopter-Fluges durch den Canyon.

Der Grand Canyon NP besitzt die beste Infrastruktur aller Nationalparks überhaupt, was den Aufenthalt sehr angenehm gestaltet und zum richtigen Urlaub macht. 

Die Architektin Mary E Colter hat sich mit ungewöhnlichen Gebäuden im Park verewigt!

Es gibt zahlreiche Restaurants und Imbissbuden, ein öffentliches, kostenloses Transportsystem und jeden Abend ein Rangerprogramm. 

Wir blieben drei Nächte und deckten uns in den diversen Läden mit tollen Souvenirs zur Erinnerung ein, denn es galt Abschied zu nehmen vom Big Circle, der beindruckendsten Landschaft der ganzen USA!

 

 

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Stand: 14.02.2007