Im
Bundesstaat Oaxaca
Oaxaca ist berühmt
für seine Handwerkskunst, die prächtigen Trachten der Indios und die
grandiosen Hinterlassenschaften der Zapoteken und Mixteken. Außerdem
verfügt Oaxaca über eine wunderbare Pazifikküste. (Siehe http://www.p5c.at/Tour03-04/pacifico.htm). Der Bundesstaat hat den
höchsten Anteil an Indigenas überhaupt.
Es wird auch immer
wieder von der berühmten Küche Oaxacas geschwärmt. Wir können dies
leider nur bedingt bestätigen: Der Käse ist von zweifelhafter Konsistenz,
und zahlreiche Insekten finden den beabsichtigten Weg in die Kochtöpfe.
Getrocknete und leicht angebratene Heuschrecken und Grillen stehen hier
ebenso wie deren Larven am Speiseplan. Eigenartig schmeckt auch
die berühmte heiße Schokolade, die mit Wasser angerührt wird.
Gerne mochten wir jedoch das Gemüse aus den Kaktusblättern, Nopales
genannt.
Wir fuhren von
Mexiko-City nach Oaxaca und legten einen längeren Stopp in der
gleichnamigen Hauptstadt ein.
Die
Stadt Oaxaca
Die Landeshauptstadt
liegt auf ca. 1600 m und hat das ganze Jahr über angenehmes Klima
vorzuweisen. Sie wurde schon vor geraumer Zeit von den Gringos, sprich
"Norteamericanos", entdeckt und der Tourismus bescherte der
Stadt eine unerschöpfliche Geldquelle, die zur Renovierung der
wichtigsten Denkmäler und Gebäude verwendet wird.

Eine schöne Stadt
also.
Einige Straßenzüge
wurden sogar zu verkehrsfreien Zonen erklärt, was der sonst sehr lauten
Stadt gut tat.

Laut einem Artikel in
der Zeitschrift Merian über Mexiko verdankt Oaxaca auch viel des
Reichtums seinem berühmten Sohn und Maler, Francisco Toledo. Toledo
fördert junge Talente und Vernissagen, die wiederum kaufkräftiges
Publikum nach Oaxaca bringen.
Reich ist ebenfalls
die kulturelle Vielfalt der Indios. Bei einem Folklore-Abend wurden uns
die vielfältigen Tänze der Region präsentiert.

Ein Video-Clip
von einem der berühmtesten Tänze ist hier aufrufbar. Die martialische
Begleitmusik soll wohl den rituellen Schaukampf der Akteure betonen.
Es gibt im Sommer
sogar ein Tanz-Festival in einem eigens dafür errichteten Stadion. Dort
zeigen dann Tanzgruppen aus den sieben Regionen Oaxacas die berühmten
Guelaguetza-Tänze. Das ganze dauert über eine Woche und Zehntausende
(vor allem) Mexikaner reisen an.
Berühmt ist das Museum
de las Culturas de Oaxaca vor allem für einen einzigartigen
Mixteken-Schatz aus einem Grabmal der Ausgrabungsstätte Monte
Alban.
Ein Meisterwerk der
mixtekischen Goldschmiedekunst stellt ein Brustschmuck dar, der den Gott
des Todes verkörpert.

Ein anderes,
sehenswertes Museum ist die Sammlung des Malers Rufino Tamayo.
Zunächst erwarteten wir uns nicht all zuviel, was soll eine
Privatperson schon zusammengetragen haben? Doch beim Gang durch die
Säle wurden wir eines besseren belehrt!

Eine atemberaubende
Präsentation interessantester Schaustücke aus allen prähispanischen
Epochen zog uns in ihren Bann.

Monte
Alban - Antike Stadtplanung auf einem Gipfel
Diese
Ausgrabungsstätte liegt auf einem der Umgebungsberge der Stadt Oaxaca,
in nur 10 km Entfernung. Man kann sich das ein wenig wie Salzburg mit
seinem Gaisberg vorstellen, wenn dort auf seiner Spitze eine
prähispanische Tempel- und Pyramidenanlage thronen würde.

Die
Zapoteken und später Mixteken hatten hier eine Bergspitze abgetragen,
um mit diesem Material das religiöse und weltliche Zentrum ihres
Einflussbereiches zu errichten. Sie standen in Konkurrenz zu den Azteken
und wurden von ihnen ca. 1450 unterworfen.

Die
Anlage selbst ist sehr beeindruckend, vor allem auch wegen seiner Lage.
Berühmt sind die Steintafeln mit den "Danzantes", tanzenden
Figuren, die wahrscheinlich Kriegsgefangene darstellen sollen. Es
durften sich nur Adelige und Priester auf Monte Alban aufhalten. Die
ganze Versorgung der Stadt musste mühsam herbei geschafft werden.
Wahrscheinlich mit ein Grund, warum die Stadt um 900 aufgegeben
wurde.

Die
Umgebung von Oaxaca
In den Dörfern um
Oaxaca werden spezielle Handwerkstraditionen aufrecht gehalten. Jedes
Dorf ist auf ein bestimmtes Handwerk spezialisiert. Berühmt sind ua
(überteuerte) Webwaren aus Teotitlan de Valle, oder schwarzen
Tonwaren aus San Bartolo Coyotepec .
Wir statteten auch dem
berühmten Arbol del Tule, einem riesigen Zypressenbaum (Taxodium
mucronatum), einen Besuch ab. Er soll über 2000 Jahre alt sein.

In der Umgebung wird
auch viel Mezcal gebrannt , die rauhe Variante des Tequila, mit dem
berühmten Gusano-Wurm. Wir wunderten uns nur, dass wir keine
größeren Agaven-Plantagen sichteten ...
Unterkunft fanden wir
am Lande beim Zapoteken-Dorf Teotitlan del Valle. Der lokale
"Presidente" erlaubte uns nach langem Hin und Her bei einem
der Touristen-Häuschen zu campieren. Allein das Erleben der
"Landbürokratie" war die Übernachtung mit "freiwilliger"
Spende wert!
Chiapas
- das indigene Mittelamerika lässt grüßen
Wer sich
in Mexiko ein wenig auskennt, denkt bei Chiapas natürlich sofort an die
Zapatistenbewegung des Subcomandante Marcos. Die Fotos von seinem
vermummten Gesicht gingen 1994 durch die Weltpresse. Man erwartete
einige Aktionen der Rebellen zum zehnten Jahrestag des Aufstandes,
dementsprechend vorsichtig, bzw das Internet nach Meldungen absuchend,
näherten wir uns der Gegend. Dort angekommen, wurden wir eines besseren
belehrt: Es herrscht momentan ein labiler Waffenstillstand, Presidente
Fox konnte sich zwar nicht mit den Zapatisten einigen, doch werden die
autonomen Gebiete der Aufständigen respektiert und das Militär
verhält sich sehr defensiv, keine einzige Militärkontrolle mussten wir
passieren.
Chiapas
hat, nach Oaxaca, den höchsten Anteil an Indigenas. Jeder Dritte, der 3
Millionen Einwohner, gehört einem der zahlreichen Indio-Stämmen an.
Die sozialen Probleme der Indigenas sind immens. Sie leben immer noch
traditionell von der Feldwirtschaft für den Eigenbedarf, bzw. verdingen
sie sich als Landarbeiter bei den Großgrundbesitzern. Das
Bevölkerungswachstum ist hoch, doch das Hochland ist nicht sehr
fruchtbar. Dazu kommen Dürreperioden, die den ohnehin geringen
Ernteertrag zunichte machen. Viele wandern ab, stranden dann im
Slum-Gürtel von Mexiko-City oder hoffen auf ein besseres Leben in den
USA. Oft beobachteten wir die Menschen, wie sie mit Brennholz schwer
bepackt am Straßenrand zu ihren Dörfern zurückgingen. Selbst ein Esel
als Lasttier ist hier ein unerreichbarer Luxus!
Viele
Touristen fahren von Sankt Christobal in die umliegenden Dörfer der
Indigenas. Doch die Leute sind aufgrund ihres harten Lebens nicht
freundlich, fotografieren wird nicht toleriert. Wir nahmen von einem
Besuch Abstand, helfen können wir den Menschen dort nicht, reine
Sensationsgier ist nicht unsere Sache.
Chiapas
ist der landschaftlich vielfältigste und für Touristen interessanteste
Bundesstaat Mexikos. Hochland mit gemäßigtem und im Winter kalten
Klima, Tiefland mit tropischem Regenwald sowie eine lange heiße
Pazifikküste ermöglichen die größte Artenvielfalt an Tieren und
Pflanzen ganz Mittelamerikas. Leider sind viele Gebiete durch den hohen
Bevölkerungsdruck von Umweltzerstörung bedroht.
Wir waren
fasziniert von der wechselnden Szenerie und die Tropenwälder
stellten einen absoluten Höhepunkt unserer Mexikoreise dar. Kurz
gesagt: Chiapas ist ein Muss für jeden Mexiko-Besucher!
Tuxtla
Gutierrez - moderne Hauptstadt von Chiapas
In dieser
Stadt glaubt man nicht im (rückständigen) Chiapas zu sein. Eine fast
elegante Großstadt lag vor uns. Merzedes-Benz hat hier eine starke
Niederlassung: Als Collectivo-Taxis werden oft hypermoderne
Merzedes-Sprinter verwendet!
Wir
blieben zwei Nächte, vor allem um uns den einzigartigen Zoo der Stadt
anzusehen. In der gerade renovierten Anlage werden ausschließlich Tiere
aus Chiapas gehalten. Man bekommt so einen guten Eindruck von der
gewaltigen Artenvielfalt des Landes. Wo sonst auf der Welt bekommt man
zB einen Königsgeier oder einen Tapir zu sehen?

Leider sind viele der
Tiere in ihrem Bestand bedroht.
Canon del
Sumidero
Etwa 5 km
hinter Tuxtla Gutierrez liegt die tiefe Schlucht des Rio Grijalva. Sie
entstand durch einen tektonischen Riss zwischen dem Tiefland und der
Sierra. Mit ihren über 1000 m hohen Felswänden ist sie eine der
tiefsten Schluchten der Welt. Das ganze Gebiet wurde zum
Nationalpark erklärt. Man kann den aufgestauten Fluss mit
Hochgeschwindigkeitsbooten befahren oder die Schlucht von oben über
die Höhenstraße genießen. Wir zogen zweiteres vor, weil
wir von der Fahrt mit den Schnellbooten höchst widersprüchliche
Erfahrungen hörten.

Wunderbare
Einblicke taten sich von den Aussichtspunkten auf.
San
Christobal de las Casas
Eine
wunderbare Kolonial-Stadt am Hochland von Chiapas in 2.200 m Höhe. Die
Fahrt dort hin war sehr beindruckend, zahlreiche Straßendörfer der
Indigenas lagen auf unserem Weg. Oben hatten wir ein Gefühl als wären
wir in einer europäischen Almregion angekommen. Die Indigenas leben
dort recht und schlecht vom Maisanbau.
San
Christobal ist von den Bergen des Hochlandes umgeben, bei Schlechtwetter
setzen sich die Wolken richtig auf die umliegenden Höhenzüge. Die
Stadt ist sehr bunt und die farbenfrohen Trachten der Indigenas tragen noch
erheblich zum Farbspiel bei. Wir fühlten uns trotz der Höhenlage und
Kälte sehr wohl, ein junges internationales Publikum dominiert die
Straßen.


Kulinarisch
tat sich uns fast der Himmel auf. Es gibt zahlreiche
internationale und vegetarische Restaurants, die überdies noch
herrliches Vollkornbrot und köstliche Kuchen backen.
Der
Campingplatz lag in günstiger Radl-Distanz zum Zentrum, endlich mal
wieder eine Gelegenheit die "Drahteseln" von Fahrradträger
herunterzuholen.
Etwas
außerhalb befindet sich das, besonders für den Botanik-Lehrer Michael,
interessante Museum der traditionellen indianischen Heilkünste.

Der
angeschlossene Heilkräutergarten vermittelte trotz der winterlichen
Ruhephase der Pflanzen einige Weisheiten der "Kräuterhexen".
Noch
dramatischer als die Hinfahrt entwickelte sich die Weiterfahrt nach
Palenque. Vom Hochland runter in den Dschungel des Regenwaldes auf
beinahe Meereshöhe. Wir bedauerten die Bus-Touristen, die meist
nur per Nachtbus diese Strecke erleben.
Am Weg
passierten wir die Maya-Ausgrabungsstätte Tonina, deren Besonderheit
die Bebauung eines Berges, ähnlich einer Akropolis, darstellt. Leider
konnten wir nicht in der wunderbar beschriebenen Rancho Esmeralda
nächtigen, weil die amerikanischen Besitzer vor einem Jahr von den
Zapatisten vertrieben wurden. Jetzt wird nur mehr das Gras gemäht, aber
offensichtlich kümmert sich niemand um die Macademia-Bäume oder die
Kaffeeplantage, macht ja wirklich viel
Sinn!
Cascades
Agua Azul
Mexikos
schönste Wasserfälle liegen nur 50 km von Palenque entfernt. Am besten
besucht man Sie per organisierte Tour von Palenque aus. Wir fuhren mit
dem eigenen Wagen und wurden zum Objekt der Begierde für die lokale
Bevölkerung: Sie spannten Seile über die Straße, um uns zum Kauf
irgend welcher Sachen zu zwingen, sie kassierten die Eintrittsgebühr
gleich zweimal und schließlich wollten sie noch eine Schutzgebühr für
das parkende Auto herausholen, was uns dann doch zu viel wurde.

Also
genossen wir die wirklich schönen Kaskaden in Sichtweite zum Wagen aus
und fuhren dann weiter nach Palenque. Schade um den schönen Ort!
Palenque,
wo sich der Dschungel die schönste Maya-Stätte einverleibte
Die
Ruinen von Palenque haben eine Bilderbuchlage. Sie schmiegen sich an die
Hügel des Regenwaldes mit einem weiten Blick ins davor liegende
Tiefland. Zahlreiche Bäche durchziehen die Anlage, man kann an heißen
Tagen sogar ein kühlendes Bad nehmen.

Diese
Maya-Siedlung hatte ihren Höhepunkt zur Regentschaft des Königs Pacal
und seiner Söhne bis zirka 700 n.Chr. Um 900 wurde der Ort wie die
meisten anderen Maya-Städte, aus bisher nicht klar erkennbaren
Gründen, aufgegeben. Die plausibelste Hypothese liefern bisher
Klimatologen mit einer um 900 vorherrschenden Trockenperiode.
Wie dem
auch sei, die Maya waren zu ihrer Blütezeit Meister der
Architektur, der Stuckverzierungen und der Relief-Kunst.

Außerdem
entwickelten sie einen genaueren Kalender als den von uns verwendeten,
der aus zwei Teilen bestand: Der rituelle "Tsolkin" maß die
"Qualität der Zeit" während der Sonnenkalender "Haab"
für die quantitative Messung der Zeit zuständig war. Beide waren
miteinander verschränkt, sodass sich gewaltige Zeiträume und Zeitalter
bemessen ließen.
Palenque
ist neben seiner Dschungel-Lage auch wegen der Fülle an historischen
Informationen und Funden faszinierend. In der Tiefe des Tempels der
Inschriften wurde das Grabmal des großen Königs Pacal unversehrt
gefunden und in jüngster Zeit fanden Archäologen in einem Nebentempel
das Grabmal der "Roten Königin", benannt nach ihrem roten
Sarkophag, deren verwandtschaftliche Beziehung zur Herrscherdynastie noch
unbekannt ist.

Und noch
warten unter den zahlreichen Pyramiden und bisher unausgegrabenen
Gebäuden die Grabmäler von Pacals Söhnen auf ihre Entdeckung!
Spannender kann Archäologie wohl kaum sein!
Im
Palacio, dem vermutlichen Herrschersitz, kann man das Relief von Pacals
Krönung bewundern. Der Palast verfügt außerdem mit dem Turm über ein, für
die Welt der Maya, einzigartiges Gebäude, das vermutlich als
Observatorium
verwendet wurde.

Die
"Kreuzgruppe" stellt eine Tempeltriade aus dem Templo del Sol,
Temple do la Cruz und dem Templo de la Cruz Foliada dar. Letzteren hat
der Dschungel noch nicht richtig freigegeben.
.
Vom
Templo del Sol konnten wir einen herrlichen Blick über die gesamte
Ausgrabungsanlage werfen. Davon gibt es auch einen Video-Clip
als Link.
Man muss
sich alle Gebäude von Palenque über und über mit Stucktafeln verziert
vorstellen, die nur mehr in spärlichen Resten vorhanden sind und
darüber hinaus waren die Gebäude zinnoberrot angestrichen. Beinahe
kitschig erscheint das Modell in der Zeitschrift Geo-Spezial, aber die
Wissenschafter bestätigen dessen Authentizität.

Im
angeschlossenen Museum kann man den Nachbau von Pacals Grabmal sowie
einige der neuesten archäologischen Sensationsfunde bewundern.

Wir
wohnten auf einem Campground, direkt neben der Ruinenanlage und genossen
das Leben im Dschungel ungemein.

In den Bäumen
konnten wir oft Vögel von ungeahnter Schönheit beobachten und eines Nachts weckte uns
sogar die
beindruckende Geräuschkulisse der Brüllaffen, die an Löwengebrüll
erinnerte. Außerdem trug der einmal einsetzende tropische Platzregen viel zum
Regenwald-Feeling bei.
Der Campground war ein richtiger
Traveller-Treff: Von Rucksacktouristen bis zum Langzeitpensionisten war
alles vorhanden. Wir konnten beim Schwatzen oft die Zeit übersehen.
Überdies lieferten die jungen Backpacker jeden Abend Live-Musik, die
meist in einer Percussion-Session endete. Hippie und Dschungel-Feeling
in einem!
An die
Golfküste der Bundesstaaten Tabasco und Veracruz
Die Stadt
Villahermosa ist Hauptstadt des kleinen Bundesstaates Tabasco. Wir
besuchten sie wegen ihres famosen archäologischen Parks "La Venta".
Er ist der antiken Kultur der Olmeken gewidmet. Die Olmeken stellen
praktisch die "Mutter-Kultur" für alle späteren
mittelamerikanischen Hochkulturen dar. Sie siedelten schon vor
3000 Jahren im Sumpfland von Tabasco und Veracruz.
Berühmt
sind deren Kolossalköpfe, die wahrscheinlich damalige Olmeken-Herrscher
darstellten. Da diese Kultur keine Inschriften hinterließ, weiß man
sehr wenig über die Bedeutung der seltsamen, negroiden Riesenköpfe.
Der größte hat einen Durchmesser von über sechs Metern!

Die
Strände der Golfküste können mit denen des Pazifiks in keiner Weise
mithalten. Endlose, flache Sandstände mit davor aufragenden Bohrtürmen
dominieren die Szenerie.
Das
schwarze Gold ist hier wieder mal Segen und Fluch zugleich: Manche
Städte, wie Villahermosa, werden mit dem Geld des Öls schön
herausgeputzt, während in anderen Regionen Luft, Wasser und Erde
von der Ölförderung und petrochemischen Industrie unglaublich stark
belastet sind.
Wir flüchteten regelrecht von der Region um
Coatzacoalcos und fuhren ins Bergland bei Catemaco mit einem
wunderschönen See, der von Regenwäldern umgeben ist. Leider wurden die
Regenwälder ihrem Namen gerecht und es regnete tagelang, wir kamen uns
ein wenig wie am Wolfgangsee vor.
Also
konnte uns die vermeintlich schöne Gegend auch nicht lange halten und wir
quartierten uns in der legendären Hafenstadt Veracruz ein. Veracruz ist
die älteste Stadt Mexikos, da sie von Cortez bereits bei seiner Landung
1521 gegründet wurde. Sie wurde zum wichtigsten Hafen an der Golfküste
Mexikos und deshalb auch oft Opfer von Piraten-Überfällen.
Es blieb
nicht viel von den historischen Bauten der Stadt erhalten, lediglich die
Hafenfestung trotzte allen Schicksalsschlägen und die Hafenkommandantur
ist fein herausgeputzt.

Veracruz ist berühmt
für seine Cafehaus-Kultur, und wirklich, wir bekamen dort den besten
Kaffee Mexikos einschenkt. Wir wollten ursprünglich den berühmten
"Carnaval de Veracruz" erleben, waren aber wegen des Schlechtwetters zehn
Tage zu früh in der Stadt und beschlossen, die "gewonnene"
Zeit für einen Besuch des abgelegenen, riesigen "Big Bend
Nationalparks" in Texas zu nutzen.
Abschied
von Mexiko
Von
Veracruz fuhren wir, zunächst über sehr schlechte Straßen,
nordwärts. Einen längeren Stopp legten wir noch einmal in der Stadt
"Ciudad Victoria" ein. Es galt, allmählich von Mexiko Abschied
zu nehmen und es gab dort einen attraktiven Campground und herrliches
Wetter. Wir deckten uns zum letzten Mal mit mexikanischen Spezialitäten
ein, machten einen Kinobesuch, ließen Gertis Zähne kontrollieren und bei VW die Luftfilter
wechseln.

Über die
modernste Großstadt Mexikos, Monterrey, und sehr gute Straßen (!)
fuhren wir immer weiter in den Norden und erreichten bei Ciudad Ancuna
die US-Grenze. Vom 27. Oktober bis 21. Februar war Mexiko unsere
Heimat. Die Spanischkenntnisse hatten sich zwar nicht dramatisch
verbessert, aber der entspannte Lebensstil und die Freundlichkeit der
Mexikaner werden uns wohl lange in Erinnerung bleiben. Uns war's
ein wenig wehmütig ums Herz als wir die letzten Souvenirs erstanden.
Mexiko,
Du hast uns einiges genommen aber viel mehr gegeben!
Doch das
"neue Ufer" lockte bereits, wir freuten uns schon auf die
amerikanischen Südstaaten, trotz des oft penetranten Patriotismus. Mit
der Überquerung des Rio Grande betraten wir texanischen Boden. So
einfach war die Sache allerdings nicht, aber das steht in einer anderen
Geschichte ...