Zu
drei weißen Gipfeln

Obwohl wir gerade von
unserer Reise nach Süd-Afrika und Indien zurückgekehrt waren, fühlten wir uns
des Reisens noch lange nicht müde.
Die Reisepläne waren
schnell geschmiedet und sie lauteten: Italien – Toskana, Frankreich –
Provence und retour über die Schweiz.

Als erste große Hürde
stellte sich uns der Großglockner in den Weg. Wir haben´s locker genommen und
seine beeindruckende Größe beim zweiten Frühstück auf uns wirken lassen.
Dann sind wir einfach an ihm vorbeigefahren mit dem Ziel Toskana.

Stellvertretend für so
viele, wundervolle, mittelalterliche Städte haben wir Siena auf unseren Bildern
festgehalten.
Als nächstes hatten es uns
die Cinqueterre
(zu deutsch fünf Länder) angetan.

Diese Orte schmiegen
sich wie Schwalbennester an die Felsnasen der Steilküste an. Die Bewohner
fristen ihr karges Leben vom Fischfang, dem Wein- und Obstanbau entlang der
steilen Hänge und in letzter Zeit immer öfter vom Tourismus. Dieser schönste
Teil der Ostküste Liguriens ist Gott sei Dank nicht mit dem Auto erreichbar.

Wir haben die
Cinqueterre mit Schiff, Zug und zu Fuß erkundet.
Genua die Stolze
So genannt nach Petrarcas
Beschreibung im Jahre 1358.

Genua hat wahrhaftig Zeiten
erlebt auf die sie stolz sein kann und deren Prunk sich bis heute in den
prächtigen Palästen der Via Garibaldi oder in Europas größtem
zusammenhängenden historischen Zentrum widerspiegelt. Im 13.Jh. war Genua die
mächtigste Seerepublik des Mittelmeeres, im 16. u. 17. Jh. die reichste Stadt
Europas.
Die Genueser aber protzten
nicht wie die Römer, Venezianer oder Mailänder nach außen hin mit ihrem
Reichtum. Das Typische an deren Prachtbauten ist, die nach außen hin strenge,
schlichte Fassade, aber die im Inneren von Meisterhand geschaffenen
Kostbarkeiten in Architektur und Ausstattung.

Genua zeigt also seine
wahre Schönheit oft erst, wenn man den Innenhof eines Gebäudes betritt. Wir
konnten uns gar nicht satt sehen an der Üppigkeit und Vielfalt die sich uns
bot. Die Häuser von außen zu fotografieren war nicht möglich, weil die
Straßen oftmals sehr eng zusammengebaut sind.
Eine weitere Besonderheit
in der Architektur Genuas liegt darin, dass viele Straßen unter- und
übereinander gebaut wurden, was die Orientierung erheblich erschwert.
Wir entdeckten per Zufall
eine kulinarische Köstlichkeit der typischen Genueser Armeleute-Küche - die
"Farinata". Das ist ein Gemisch aus Kichererbsenmehl, Salz, Wasser und
Olivenöl, welches im Holzofen gebacken wird; schmeckt einfach lecker.
Côte d ázur
Bei unserem Weg die Costa
Azzurra entlang Richtung Côte d ázur durften wir einen Blick auf das
Fürstentum Monaco werfen.

Nachdem wir in St.Tropez
keinen einzigen Polizisten mit der uns vertrauten Uniform antrafen fuhren wir
weiter nach Marseille, vorbei an Korkeichen und ockerfarbenen Felsen.

Wir wohnten etwas
südöstlich von Marseille in Cassis auf einem Campingplatz und sind mit dem Zug
nach Marseille gefahren. Der Fußmarsch vom Bahnhof bis zur Basilique
Notre-Dame-de-la-Garde gestaltete sich interessant aber auch anstrengend. Der
herrliche Rundblick über die Stadt, lohnte aber jede Mühe. Bei einem
Spaziergang durch den alten, wunderbar renovierten Hafen konnten wir uns davon
überzeugen, dass, wie schon in Genua: Hafenstädte oft besser sind als ihr Ruf,
man muss sich nur hineintrauen.
Provence
Diese halb verfallene
Brücke zeigt uns, dass wir in Avignon angelangt waren.

Der festungsartige
Papstpalast, man möchte fast sagen eine Trutzburg, diente von 1309 bis 1377 als
Exil für die Nachfolger Petri. Während unseres Ganges durch den Papstpalast
spürten wir die sakrale Historie dieses einst so bedeutenden Ortes. Aber auch
die übrige Altstadt von Avignon hat Sehenswertes zu bieten.
Frankreich hat es uns als
Urlaubsland sehr angetan. Wir genossen es in vollen Zügen. War es wegen des
guten Essens, der schönen Campingplätze, der einmaligen mittelalterlichen
Städte, oder der duftenden Kräuter-Teppiche . Wir können es nicht sagen.

Lavendel ist eine wichtige
Einkommensquelle der Menschen in der Provence. Auch wir konnten nicht genug
kriegen vom wunderbaren Dufte und der vielschichtigen Farbgebung, je nach
Reifegrad des Lavendels.

Da ist er, der
majestätische Mont Ventoux (1909 Meter hoch). Wie die Radfahrer der Tour de
France wollten auch wir ihn erklimmen. Mit den Rädern hinten am Auto drauf.
Denn so sportlich sind wir auch wieder nicht. Wo wir uns gerade an die
gemütliche, faule Art der Südfranzosen angepasst hatten. Vom höchsten Berg
der Provence aus lässt es sich ganz schön weit ins Landesinnere blicken.

Von der Schönheit der
Ardeche-Schlucht angezogen, konnten wir nicht widerstehen ein paar Nächte an
diesem schönen Fleckchen zu verbringen bevor wir gen Heimat aufbrachen.
In Genf waren wir schon
wieder von einem Berg gefangen genommen. Der Mont Blanc zog uns in seinen Bann.
Nicht auszudenken, was geschehen wäre, wenn wir näher dran gewesen wären.

Somit endete unsere Reise,
die mit dem Großglockner begann beim Mont Blanc.