Schluchten, Berge
und Me(e)(h)r!
Im Sommer 2006 wurden
wir zu Wiederholungstätern, der Griechenland-Virus hatte sich
offensichtlich festgesetzt. Wieder fuhren wir mit einer MINOAN-Fähre,
diesmal allerdings nur bis Igoumenitsa. Der Norden mit seiner wilden
Bergwelt stand am Programm, schließlich wollte ja der Pinzgauer
endlich los gelassen werden und außerdem galt es auch die Buchten
der Westküste samt Insel Lefkas zu erforschen.

Mit dem Pinzgauer ging es
naturgemäß etwas langsamer von statten, allein bis Venedig hatten
wir 4 Alpenpässe zu überqueren. Allerdings waren die Autobahnen verstopft
und hätten keine Zeitersparnis gebracht.

Doch schlussendlich
erreichten wir auch so den Fährhafen von Venedig und freuten uns
über das klaglose Funktionieren des PINZI.
Diesmal war die Überfahrt
nicht so gemütlich wie voriges Jahr, wir standen eingepfercht an
einem Platz ohne Sicht und noch weniger frischer Luft! Lediglich der
Aussichtsplatz am Dach linderte etwas das "Sardinenbüchsengefühl".

Kaum in Griechenland
angekommen war der Jetlag sofort vorüber. Wir fuhren sogleich
nordwärts mit der Verheißung auf unberührte Buchten. Die
Straße wurde zum Weg und dieser immer abenteuerlicher und wir trafen
bereits die ersten Landschildkröten an.

Begeistert ließen wir uns
immer weiter treiben bis zum sprichwörtlich letzten Eck vor der
albanischen Grenze, beinahe hätten wir diese illegal überquert, der
Pinzi war nur schwer zu zügeln ... Leider waren auf diesen 20 km alle Buchten von
Fischzuchtbecken und den dazugehörenden verarbeitenden Betrieben
belegt, also mussten wir wieder zurück, um eine erste Traumbucht zu
finden. Dort blieben wir gleich mal 3 Tage zur Akklimatisation und
genossen die Szenerie der vorbeirauschenden Fähren und die
Sonnenuntergänge hinter Korfu.

Dann wartete die Bergwelt
auf uns. Nordgriechenland besteht aus gewaltigen Gebirgszügen, die
im Osten mit dem Olymp kapp unter 3000 m ihren Höhepunkt finden.

Wir wollten das
Pindus-Gebirge mit dem Pinzi und zu Fuß durchstreifen. Berühmt ist
dort die Vikos-Schlucht, wo sich der Fluss über 700m tief ins
Gestein eingegraben hat.
Die Gegend nennt sich
ZAGORA und ist für ihre alten Steinbrücken aus der Türkenzeit sowie
für den Wasserreichtum berühmt, auf den wir später noch zu sprechen
kommen.

Üppig auch die
Pflanzenwelt, die von den alten Brücken längst Besitz
ergriffen hat!


Dann galt es den Atem
anzuhalten und den Blick über die Vikos-Schlucht schweifen zu
lassen. So eine Szenerie bekommt man in Europa selten zu Gesicht!
Man kann die Schlucht in einer etwa siebenstündigen Wanderung
durchqueren und kommt dann beim Ort Vikos heraus, sofern man nicht
den Wiederaufstieg zum Vikos-Balkon wählt.

Hier wollten wir unbedingt
bleiben, wandern und auf einer nahe gelegenen Hochebene das Camp
aufschlagen.

Doch die Wolken verhießen
nichts gutes! Wir gerieten in eine Gewitterzone, die ganze Nacht
krachte es unaufhörlich und immense Regenmengen prasselten auf uns
herab - daher also der Wasserreichtum!
Diese Schlechtwetterzone
sollte uns die nächsten Tage verfolgen und letztendlich auch früher
aus der fantastischen Bergwelt vertreiben!

Dabei hatte die Landschaft
einiges zu bieten:


So sieht das Wasser aus,
wenn es die Vikos-Schlucht verlässt!

Und zum Abschluss: Die
"Drei Zinnen" Nordgriechenlands und die größte der "Türkenbrücken":

Wie gesagt, das Wasser
wurde uns dann aber etwas zu viel und wir zogen weiter Richtung
Meteora. Beim ersten Anblick der Felsen waren wir ergriffen ob
dieser wie aus dem Nichts plötzlich auftauchenden riesigen Felsen: So etwas passt doch eher in den Westen der USA mit seiner
fantastischen Landschaft, aber in Europa ist diese Formation wohl
einzigartig!

Also freuten wir uns schon
darauf, das tolle Gebiet zu erkunden!

Das Tüpfelchen auf dem i
stellen zweifelsohne die auf den Felsen geklebten Klosteranlagen
dar! In früheren Zeiten konnte man diese nur per Aufzugkorb
erreichen!

Der Touristenrummel bei
Meteora erreicht wohl einen Höhepunkt für Griechenland: Mit Bussen
werden die Fremden aus allen Ecken Griechenlands hergebracht - es
ist aber auch eine Weltsensation!
Dann war es Zeit, endgültig
Abschied von der Bergwelt Griechenlands zu nehmen, schließlich
wollten auch die Strände und Küstengewässer erkundet werden!
Parga gilt als die schönste
Stadt an der griechischen Westküste. Wir können das aufgrund der
malerischen Lage bestätigen, doch war es für uns etwas zu
touristisch. Wir waren überhaupt von den vielen Gästen an der
Westküste, besonders aus Frankreich und Holland, überrascht. Der Peloponnes war voriges
Jahr weniger überlaufen.

Auf Lefkas fanden wir
schließlich unseren Traumstrand samt Traumcampingplatz zum
Ausspannen! Interessanterweise sahen das auch zahlreiche Salzburger
Touristen so, ohne dass sie sich untereinander vorher abgesprochen
hätten! Wir "Soizburga" wissen halt, wo die schönsten Ecken zu finden sind!

Wir hatten das Gefühl,
beinahe frei zu stehen, so großzügig war die Anlage!
Und die Bucht war sowieso ein Hit!

Einige Besucher stellten
sich ein:

Es gefiel uns so gut, dass
der PINZI gar nicht mehr weg wollte! Der Starter verweigerte den
Betrieb und bescherte uns eine Übernachtung in der Stadt Lefkas, die
wir dann aber trotz dem Ärger (seit dem heißt der Pinzi auch
Burito, spanisch für Eselchen) sehr genossen!


Die schönen Dinge sind im
Leben leider immer zu kurz.
Der Fährhafen von Igoumenitsa wartete
unbarmherzig auf uns! "Irgend wann bleim mir dann durt"....

... aber die Stimmung an
Bord beim Sundowner war grandios!
