In Kerala
bezogen wir Quartier im Ort Varkala. Wir waren zu Beginn der Saison
gekommen und so war besonders die erste Woche sehr beschaulich und
ab und zu noch von einem tropischen Regenguss unterbrochen.
Varkala
besitzt einen tollen Sandstrand unterhalb einer roten Klippe. Die
Wellen sind recht hoch, weshalb man nur in der Nähe der
Strandwächter ins Wasser gehen sollte. Die Wassertemperatur liegt
ganzjährig bei ca. 28°!!!

Unser Hotel
war ein wahrer Glücksgriff für uns. Es war gerade neu renoviert
worden und die neue Besitzerin erfüllte es mit betörenden Düften von
herrlichen Blüten, oder mit üppigem Duft von Räucherkegeln- oder
--Stäbchen. Wir erfuhren hier, dass Kerala berühmt ist für seine
besonderen Rauchwaren. Die jungen, herzlichen und hilfsbereiten
Angestellten und das junge Publikum verstärkten die lockere,
entspannte Atmosphäre.

Wenn nicht
die Gäste selbst ihre Gitarre auspackten, wurde schöne
indische Musik als Hintergrundmusik in allen öffentlichen Räumen
gespielt.
Wir
logierten oberhalb des Haupthauses in einem kleinen Extrahäuschen
mit eigener Veranda, umgeben von tropischer Vegetation. Über uns wohnte in den Kokospalmen ein
fliegender Hund, der allabendlich mit geräuschvollem Flügelschlag
auf Streifzug ging.

In der
Mitte unseres Aufenthalts unternahmen wir eine eintägige Schiffsfahrt
durch die Backwaters von Kerala. Die Backwaters sind eine
gigantische tropische Lagunen- und Kanallandschaft. Die gemütliche Tour ging
vorbei an Fischerdörfern und und wir konnten auch Fischer bei der Arbeit
beobachten.

Das
Mittagessen wurde urig auf einem Bananenblatt ohne Besteck serviert. Da
war Fingerfertigkeit gefragt. Am Ende waren aber alle satt und Dehli
Belli" gab´s auch nicht.

Ab und zu
begegneten uns Hausboote in denen betuchte Kunden ein paar Tage auf
besonders bequeme, bzw. luxuröse (Klimaanlage) Weise in den
Backwaters herumfahren (Ab ca. 100 Euro pro Tag Vollpension). Diese Hausboote waren ursprünglich
umgebaute Reisbarken ohne Motor und wurden mit langen
Stangen weiterbewegt. In den letzten Jahren wurden sehr luxuriöse
Hausboote gebaut und die Fischer hofften auf gutes Geld. Leider gibt
es zuviel Angebot und zuwenig Nachfrage, wie wir an den
unzähligen an den Ufern liegenden, und auf Gäste wartenden
Hausbooten sehen konnten.

Neben der
Fischerei und dem Erlös aus den Kokospalmen ist der Reisanbau hier
die dritte Einkunftsquelle für die Menschen in den Backwaters. Wir
"schipperten" gerade vorbei, als der Reis gedroschen wurde.

Unser
letzter Tag war auch gleichzeitig der Höhepunkt in unserem Hotel. Es
wurde das Fest zur offiziellen Saisoneröffnung gefeiert. Die Gäste
kamen auch von außerhalb. Es gab ein wunderbares Buffet und die
Musiker aus der Umgebung spielten typische Kerala Musik. Diese
unterschied sich für uns deutlich von der Musik aus Nordindien.
Manchmal glaubten wir, Ähnlichkeiten mit irischen Tänzen zu hören.
Die Begeisterung der Musiker hat den ganzen Raum erfüllt und ist auf
die anwesenden Gäste übergesprungen.

Die schöne
Zeit in Kerala machte es uns schwer, nach 2 Wochen Abschied zu nehmen. Die Reise
geht aber immer weiter und ein neues Kapitel wartete auf uns.
Vielleicht das aufregendste überhaupt: "Unsere Reise nach Innen".
Die nächste Station unseres Freijahres ist der Aufenthalt im
Meditations-Ressort in Pune (sw. von Mumbai). Hier werden wir in der
sprichwörtlichen "Versenkung verschwinden" und uns
vier Monate lang durch intensive Meditationen mit dem Kern unseres
Wesens beschäftigen. Mal sehen, was "des Pudels Kern" wohl ist
....
