Ab in die Wildnis - zu Sambias
urwüchsigen Nationalparks
Sambia ist im Gegensatz zu Malawi dünn
besiedelt. Es hat bei annähernd gleicher Einwohnerzahl die fünffache Fläche von
Malawi. Es ist ein ähnlich armes Land, das im Norden jedoch über reiche
Kupfervorkommen verfügt (Copper Belt). Besonders eklatant war hier der Gegensatz
zwischen der modernen Hauptstadt Lusaka und dem rückständigen Umland.
1. South Luangwa Nationalpark
(Ab jetzt gab es keine Zäune mehr um die Camps!)
Sambia war das teuerste Land unserer "Afrika-Ralley".
Die Lodges und Camps im South Luangwa NP haben entsprechende Preise (es wird
alles in US Dollar abgerechnet!) und so haben
wir uns für das außerhalb des NP liegende Flatdog´s Camp entschieden. Das Camp
liegt am Luangwa River und wir durften an unserer Seite des Flusses wie auch auf
der gegenüber liegenden Seite des Luangwa Rivers tolle Tierbeobachtungen machen.

Für Gäste, die während der Nacht (um ca.
6.30 wurde es finster!) im Camp unterwegs waren, gab es aufmerksame Helfer mit
Lampen im Camp, Das war sehr gut, weil diese auch die Plätze wussten, an denen
sich gerade ein Hippo oder Elefanten oder andere Tiere, die gerne im Camp
nächtigten, aufhielten.

Einmal durften wir beobachten, wie eine
vierer Boygroup von Elefanten den Luangwa River überquerte und direkt auf
unser Flatdog´s Camp zu ging. Es war faszinierend zu beobachten, was geschah
als ein Guard, der die "Jungs" beobachtet hat, einmal mit einem Fuß fest auf den
Boden stampfte: Alle Elefanten hielten plötzlich inne, um kurz darauf ihre
Richtung zu ändern und rund um das Camp und nicht mittendurch zu gehen.

Die Zufahrt zum South Luangwa NP war
für den Pinzi und auch für uns schon eine Herausforderung. Das war bis dahin die
rumpeligste und härteste Waschbrettpiste, die zu bewältigen war. So schonten wir
ihn ein wenig und nahmen gerne die Morning- und Eveningdrives in Anspruch, die von
unserer Lodge aus organisiert wurden. Der Park ist extrem wildreich und wirbt
mit der höchsten Leopardendichte Afrikas. Unsere Tourguides gaben sich alle
Mühe, aber Leoparden liefen uns leider wieder nicht vor die Kamera!

Wir sahen jedoch tatsächlich die Löwen,
die wir während der Nacht brüllen gehört hatten.

2.
Sambias Hauptstadt Lusaka
Die Ausfahrt aus dem South Luangwa NP
war noch schlimmer für Pinzi und uns, weil es nun galt, das arge Waschbrett nach
oben zu fahren. Dabei stellte sich heraus, dass der Pinzi bei den hinteren
Radantrieben Öl ausspuckte, und gar
nicht wenig. Bis Lusaka musste Michael 3 L Getriebeöl nachfüllen.
Wir waren froh nach Lusaka zu kommen,
weil wir uns in der Hauptstadt erhofften, die richtige Werkstatt für das Problem
zu finden. Nach zwei Tagen nervenaufreibendem Hin und Her in verschiedenen
Werkstätten (wobei uns Mercedes ziemlich abblitzen ließ), kamen wir endlich an
die Richtige.

Es stellte sich heraus, dass
nicht nur die Dichtungen bei den hinteren Radantrieben sondern auch die äußeren
Radlager auszuwechseln waren. Wir kramten in unserer Ersatzteilbox und siehe da,
wir hatten die passenden Teile dabei. Zu
unserem großen Glück sollten wir die Gastfreundschaft von weißen Sambiern kennen
lernen. Wir überlegten schon hin und her, ob wir wohl in der Garage im Pinzi
übernachten durften, weil dieser noch für unvorhersehbare Zeit außer Gefecht
war, als uns Bob, der Werkstattbesitzer, zu sich nach Hause einlud. Die Garage war
bewacht und so willigten wir gerne ein, wieder mal etwas Unvorhergesehenes zu
erleben. Das Anwesen stellte sich als Luxus-Villa mit Swimmingpool und Tennisplatz
heraus und unheimlich gastfreundlichen Besitzern.

Außer unserem gemütlichen
Zimmer gab es Abendessen, Frühstück und Mittagessen am nächsten Tag. Wir hatten
gute Gespräche über die Lage in Afrika und dem Rest der Welt und erhielten
Einblick in das Leben weißer Sambier. Während wir uns am Pool vergnügten wurde
inzwischen der Pinzi repariert und nach ziemlich genau 24 Stunden hat Michael
ihn freudestrahlend wieder gestartet.

Wir haben uns noch herzlich von unseren
neuen Freunden verabschiedet und wollten am übernächsten Tag nach Livingstone zu
den Viktoriafällen aufbrechen. In der Früh waren wir so schnell wie selten und
sind bereits um 6.00 Uhr zum Losfahren im Pinzi gesessen. Dann ist folgendes
passiert:
Starten, eine Fehlzündung und das
Gasgestänge war ab. Lange Gesichter bei uns. Dann ist Michael zur Tat geschritten,
hat provisorisch das Gaspedal fixiert und wir sind wieder los zu Bob´s
Werkstatt. Wir wurden wie alte Freunde empfangen und erhielten erst Mal eine
Tasse Kaffee bis um 8.00 Uhr die Arbeit los ging. Eine gute Werkstatt weiß immer
Rat und um 10.00 Uhr haben wir uns (diesmal endgültig) von Bob und seinen Leuten
verabschiedet.
3. Victoriafälle
Es war uns klar, dass in dieser Jahreszeit
(12.Oktober 2007) die Fälle nur ein Schatten ihrer selbst sein
würden, waren aber doch gespannt, was uns dort erwartet.

Eine ungefähre
Vorstellung von der Großartigkeit der Fälle bei Höchstwasser haben wir erhalten,
als wir so weit wie möglich die Wanderwege zu den Fällen entlang gegangen sind.
Es gab immer wieder kleinere Fälle dazwischen, die ganz schön in die Tiefe
donnerten. Und in der Ferne konnten wir die Gischt der Fälle in Zimbabwe
erkennen.

Wir sind dann noch durch den trockenen Teil des Sambesi gegangen und
haben kleinere Fälle von der Abbruchkante aus beobachtet. Dabei sind wir an
Badepools vorbeigekommen, die voll von Wasserratten waren, die in der Hitze
sichtlich ihr Bad genossen haben.

Es hat uns gefallen, dass nicht nur
Weiße sondern auch wohlhabende schwarze Sambier ihre Fälle besuchten.

Somit hatten wir den
"schwarzafrikanischen" Teil unserer Reise abgeschlossen. Wir waren von den
Ländern und Leuten begeistert. Schwarz und Weiß lebt hier zwanglos zusammen, die
brutale Kriminalität wie in Südafrika ist (noch?) unbekannt.
Wir kehrten nun in den Bereich der
südafrikanischen Zollunion zurück. Die Sambesi-Fähre bei Kasangula brachte uns
beim Vierländereck (Namibia, Sambia, Botswana, Zimbabwe) nach Botswana.

Dort erwartete uns zum Abschluss der
Höhepunkt unserer Safari-Abenteuer...