Afrika Teil 2 - Südwest (Namibia)
Anfang
Mai 2008 verließen wir schweren Herzens Indien und flogen wiederum
nach Südafrika, wo wir in Johannesburg erste Station machten. Einige
Dinge mussten wir erledigen: Der Pinzi brauchte ein neues
Reduktionsgetriebe (für die Kriechgänge) und Michael wollte nach 35
Jahren "Dioptrienotto" endlich seine Brillen loswerden.
Also
planten wir ca. 2 Wochen "Boxenstopp" in Johannesburg, der City
of Crime, ein. Das Hornhautlasern von Michaels Augen war eine
"einfache" Angelegenheit, die ganze Prozedur dauerte eine halbe
Stunde, das eigentliche Lasern nur 5 Minuten und schon konnte er der
Brille adé sagen!

Schwieriger war es eine vertrauenswürdige Werkstätte für den Einbau
des Getriebes beim Pinzi zu finden. Aber mit Hilfe Gertis Bruders
konnten wir doch einen ordentlichen Mechaniker auftreiben, der die
Teile problemlos austauschen konnte.
Und so
konnten wir endlich nach mehr als 2 Wochen "die Segeln setzen" und
nach Namibia aufbrechen. Zunächst war die Kalahari in Botswana zu
durchqueren. Wir erwarteten eine wüstenähnliche trockene Gegend,
doch die Landschaft hatte aufgrund ungewöhnlicher Regenfälle einen
eher parkähnlichen Charakter mit grünen Büschen und Bäumen.

Im Herzen
der Kalahari legten wir in der Nähe von Kang einen
Übernachtungsstopp ein und konnten auf dem herrlichen Campground
einer Guestfarm einen fantastischen Sonnenuntergang und
gleichzeitigen Aufgang des Vollmondes erleben.
Am
dritten Tag unserer Fahrt erreichten wir schließlich die Grenze zu
Namibia, die wir problemlos überqueren konnten. Namibia, Botswana
und Südafrika bilden ja eine Zollunion, weshalb wir das Carnet de
Passage für den Pinzi nur bei der Einreise nach Botswana im Oktober
07 abstempeln lassen mussten.
Der Osten
Namibias ist landschaftlich noch von der Kalahari geprägt, erst
allmählich gewinnt man an Höhe, wenn man sich Windhoek, der
Hauptstadt Namibias nähert.

Wir
erwarteten Windhoek als beschauliche Stadt, ohne großes
Verkehrsaufkommen. Aber wie so oft, stimmten die Berichte der
Reiseliteratur mit der aktuellen Situation der Großstädte nicht mehr
überein: Wir wurden von der sehr intensiven Rushhour Windhoeks
überrascht und waren von der hügeligen Topographie der Stadt nicht
sehr angetan. Alles wirkte irgendwie eingezwängt und außerdem ließen
die Berichte über aufgebrochene Fahrzeuge in uns nicht gerade die
Lust auf ausgiebige Sightseeing Tours wachsen. Also versorgten wir
uns lediglich mit den notwendigen Dingen für eine mehrwöchige
Safari-Tour in den Norden und brachen bald Richtung Etosha
Nationalpark auf.
Zwischendurch übernachteten wir auf einer Guestfarm, die einen
Campground nahe einem steinigen Hügel angelegt hatte. Von dort
konnten wir einen wunderbaren Sonnenuntergang erleben, wobei der
gegenüber liegende Berg nahezu in Flammen aufging, ähnlich einem
Vulkanausbruch.

Diese
Guestfarms sind überhaupt eine klasse Einrichtung in Namibia.
Die Durchschnittsgröße einer Farm beträgt ca. 10.000 Hektar!!!,
nicht zu vergleichen mit österreichischen Bauernhöfen. Dadurch ist
genug Platz, an attraktiven Orten Campingplätze in manchmal totaler
Abgeschiedenheit einzurichten. Zusätzlich gibt es dann noch die
Möglichkeit, beim Farmhaus Frühstück oder Abendessen zu bekommen.
Das ganze ist meistens sehr preisgünstig und man erhält durch
Gespräche mit den Farmern auch oft sehr interessante Einblicke in
deren Leben.
Etosha
Nationalpark im Norden Namibias
Der
Etosha Nationalpark verdankt seinen Ruhm der gleichnamigen
Etosha-Salzpfanne, die nur sehr selten durch Regenfälle mit Wasser
gefüllt wird. Es handelt sich um ein riesiges Gebiet absoluten
Flachlands, lediglich im Süden sind einige kleinere Hügel zu
verzeichnen.
Wir
hatten das seltene "Glück", eine gefüllte Etosha-Pfanne zu erleben.
Das wirkte dann wie ein riesiger See und auch die umliegenden
Wasserlöcher waren gefüllt.

Normalerweise drängen sich die Tiere in der Trockenzeit (also im
namibischen Winter) um die künstlichen Wasserlöcher, weshalb
Tierbeobachtungen im Etosha-Nationalpark dann sehr einfach sind. War
aber nicht so während unserer Visite! Es gab reichlich zu trinken
und zu fressen, wir waren daher gezwungen, die Tiere auf zahlreichen
Gamedrives aufzuspüren.
Der Park
ist berühmt für seine großen Zebraherden, die wir auch ausgiebig zu
sehen bekamen.
Auch die
Giraffen hielten offensichtlich gerade in einem gewissen Teil des
Parks eine Konferenz ab und wir genossen es sehr, die Familien zu
beobachten und zu fotografieren.

Oryx-Antilopen, auch Spießböcke genannt, waren typischer Weise eher
allein unterwegs.

Elefanten
waren eher ein seltener Anblick.

Es gibt 3
Rastlager im Nationalpark, auf denen wir jeweils eine Nacht
verbrachten. Sonst fuhren wir abends wieder aus dem Park hinaus,
weil die umgebenden Camps und Lodges viel schönere Campsites zum
nicht einmal halben Preis anboten, wie zB die Onguma Lodge am
Ost-Eingang des Parks.

Im Park
ist das Namutomi Camp wohl das attraktivste auf Grund des
vorbildlich restaurierten deutschen Forts aus der Kolonialzeit.

Doch die
tollsten Erlebnisse hatten wir beim Wasserloch des Halali-Camps:
Hier wechselten sich die Löwen mit dem Spitzmaulnashörnern und
Elefanten regelrecht ab. Es war zum Schreien, als ein Löwe mit
größtem Gebrüll erschien und schließlich vor der Attacke einer
Nashornmama unrühmlich abziehen musste.

Insgesamt
merkten wir einfach, dass wir schon andere wunderbare Nationalparks
im südlichen Afrika gesehen hatten und es deshalb schwierig war, die
Erlebnisse von dort zu toppen. Wir waren auf Jagd nach den
absoluten Highlights und das kann man auf Safari einfach nicht immer
erwarten.

Weiter
ging die Reise dann in den Nordwesten, den wildesten Teil Namibias.