Ab ins namibische "Outback" - das Kaoko-Land
Nach dem
ersten Namibia-Highlight, dem Etosha-Park, wollten wir
zunächst mal einen "Boxenstopp" einlegen. Auf Fernreisen ist dies ab
und zu notwendig, um Wäsche zu waschen, dem Fahrzeug eine Überholung
und den Piloten eine Erholungsphase zu gönnen.
In der
Nähe von Outjo fanden wir ein ideales Plätzchen dafür. Auf der
Gästefarm Oppiklipp war ein wunderbarer Campground in einem Art
Talkessel angelegt.

Wir
standen praktisch alleine, der Farmer brachte uns täglich Holz fürs
Campfire und für den Donkey, einen holzbefeuerten Warmwasserboiler.
Die Sanitäranlagen waren urig in Felsnischen gebaut.

Abends
besuchten uns ab und zu Elandantilopen, die auf der Farm gehalten
wurden.

Hier
konnten wir ein paar Tage relaxen und die Wäsche wurde inzwischen im Farmhaus
gewaschen.
In der nahen Stadt Outjo gab es eine richtige deutsche
Bäckerei mit allerlei Leckereien zu kaufen.
Der Pinzi
verlangte nach Arbeit. Eine lästige "Anspring-Unwilligkeit"
wollte behoben werden. Michael wechselte dort den Starter und putzte
die Vergaser-Düsen, leider nur mit geringem Erfolg. Dieses Problem
sollte uns die ganze Namibia-Tour begleiten, immer wieder holten wir
den Rat von diversen "Experten" ein und Michael versuchte erfolglos
alles mögliche, um unser bockendes Eselchen wieder hinzukriegen. Zum
Glück waren die Starter-Batterien noch stark genug, um jedes mal 15
Minuten starten zu bewältigen. Das Problem ließ sich erst bei der
Rückkehr von Michael aufspüren und beheben: Die Ventile hatten
hatten praktisch kein Spiel und schlossen deshalb nicht mehr
richtig. Kleine Ursache große Wirkung also!
Nach 5
Tagen verließen wir das charmante Plätzchen und fuhren westwärts mit
dem Ziel Kaoko-Feld. Kaum ließen wir die Asphaltstraße zurück, wurde
auch die Landschaft interessanter.

Unser erster Stopp war in Palmwag,
einer Wüstenoase, im Damaraland.
Schon
beim Einchecken wurden wir auf die Wildtiere hingewiesen, die sich
im Camp befinden können. Wir kannten ja bereits Camps ohne
Schutzzäune aus Sambia und Botswana, waren dann aber doch sehr
überrascht, als uns abends ein Wüstenelefant besuchte und mit
Begeisterung an unserem Schattenbaum fraß.

Am
nächsten Morgen war er wieder da und verrichtete auch seine
Morgentoilette direkt vor unserem Auto.

Einige Touristen dachten, dass es sich hier um einen halbzahmen Elefanten handelte,
wurden aber durch einen imposanten Scheinangriff schnell eines
besseren belehrt.
Weiter
ging die Fahrt Richtung Norden durch grandiose Landschaft. Wir waren vom Wildreichtum
begeistert: Unzählige Springböcke, Oryxantilopen und Zebras
sichteten wir und das, ohne in einem "geschützten Nationalpark" zu
sein.

"Wilde" Tiere in absoluter Freiheit, wo gibt es so etwas sonst
noch?
Leider
erwischten wir auf der Fahrt einen Eisennagel, der unseren rechten
Hinterreifen total zerstörte und damit auch unsere Pläne, tiefer in
das einsame Kaoko-Feld einzudringen.

Ohne zwei funktionsfähige
Ersatzreifen ist es nicht angeraten dort alleine unterwegs zu sein.
Aber
immerhin erreichten wir einen weiteren Traumplatz. Wir fuhren über
einen extrem steilen Pass und kamen zur Dioptas-Mine von Marius
Steiner.

Wir glaubten bei Dioptas lange an einen
Schreibfehler, ehe wir dort einen "Schnellkurs in Mineralogie"
absolvierten.
Dioptase
sind grüne Halbedelsteine und Marius Steiner baut diese dort in
seiner Mine in Handarbeit seit ca. 30 Jahren ab. Er zeigte uns
seinen aktuellen Stollen und wir waren von der Mine und von Marius'
einfachem Leben tief beeindruckt.

Als
zweites Standbein betreibt Marius auch eine Lodge und einen
wunderbaren Campground, dessen Name "Aussicht" nicht zuviel
versprach. Das Klima war trotz der Höhenlage (1.600 m) sehr
angenehm, ebenso auch die Gespräche mit Marius.

Und die
Vogelwelt zeigte sich von ihrer farbenprächtigsten Seite.

So blieb
es also bei einem Hineinschnuppern ins Kaoko-Feld, dem Land der
stolzen Himba, einem halbnomadischen Rinderbauern-Volk. Sie ziehen mit ihren
Herden immer auf der Suche nach saftigen Gräsern durch das sehr
trockene, ca. 200 mal 200 km große, leere Land.
Nächster
Stopp war wiederum ein sensationeller Platz für eine Wüstengegend.
Bei Warmquelle bildet der Ongongo Fluss einen kleinen Wasserfall mit
Badepool, ein Spaß, den wir uns natürlich nicht entgehen lassen
wollten.

Außerdem konnten wir die seltenen Rosenköpfchen, eine
Zwergpapageien-Art beobachten und sogar fotografieren.

Diese
Käferart "begleitete" durch unsere gesamte Namibiareise, sogar vor
Wasser schreckten sie nicht zurück.

Man
konnte dort im Flussbett campen, lediglich die Zufahrt war etwas
schwierig, aber für einen echten Pinzgauer kein Problem.
Ein Klick
aufs Foto lässt die Bilder laufen ... (im Media Player, bei
schneller WEB-Connection)

Weiter
ging es dann immer südwärts unser nächster Stopp war bei
Twyfelfontain im Damaraland, deren berühmte Felszeichnungen wir uns aber
"schenkten", wir hatten schon zu viele davon in Amerika gesehen.
Aber den versteinerten Wald besuchten wir, zwar nicht so sehr wegen der
herumliegenden versteinerten Baumstämme, sondern wegen der Welwitschias, einer eigenartigen Wüstenplanze die nur in Namibia
vorkommt. Sie ist wahrlich keine Schönheit kann aber bis zu 1500 Jahre alt werden
und ist bestens an die ariden Bedingungen angepasst. Benannt ist sie
übrigens nach einem österreichischen Botaniker namens Welwitsch.


Durch
einen Zufall befuhren wir darauf eine abgelegene Straße, weil wir
die Stadt Khorixas links liegen lassen wollten, da unsere Vorräte
noch für ein paar Tage ausreichten. Die Straße erwies sich als
Glückstreffer, wir kurvten um herrlich rote Berge und Hügel und
genossen die ständig wechselnde Szenerie.


Dann kam
der Brandberg, Namibias höchstes Gebirgsmassiv, in Sicht. Er
erinnerte uns irgendwie an das Tennengebirge in Salzburg, war also
zu wenig exotisch für uns und daher auch keinen Besuch wert. Wir
sind bei Bergen immer sehr sehr wählerisch ... ;-)

Dafür zog
uns die Spitzkoppe, das Matterhorn Namibias aber wieder magisch an.
Doch diese Geschichte steht auf der nächsten Seite!
Zum Bericht Swakopmund und Umgebung