Afrika Route11
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Ab ins namibische "Outback" - das Kaoko-Land

Nach dem ersten Namibia-Highlight, dem Etosha-Park, wollten wir  zunächst mal einen "Boxenstopp" einlegen. Auf Fernreisen ist dies ab und zu notwendig, um Wäsche zu waschen, dem Fahrzeug eine Überholung und den Piloten eine Erholungsphase zu gönnen.

In der Nähe von Outjo fanden wir ein ideales Plätzchen dafür. Auf der Gästefarm Oppiklipp war ein wunderbarer Campground in einem Art Talkessel angelegt.

Wir standen praktisch alleine, der Farmer brachte uns täglich Holz fürs Campfire und für den Donkey, einen holzbefeuerten Warmwasserboiler. Die Sanitäranlagen waren urig in Felsnischen gebaut.

Abends besuchten uns ab und zu Elandantilopen, die auf der Farm gehalten wurden.

Hier konnten wir ein paar Tage relaxen und die Wäsche wurde inzwischen im Farmhaus gewaschen.

  

In der nahen Stadt Outjo gab es eine richtige deutsche Bäckerei mit allerlei Leckereien zu kaufen.

   

Der Pinzi verlangte nach Arbeit. Eine lästige "Anspring-Unwilligkeit" wollte behoben werden. Michael wechselte dort den Starter und putzte die Vergaser-Düsen, leider nur mit geringem Erfolg. Dieses Problem sollte uns die ganze Namibia-Tour begleiten, immer wieder holten wir den Rat von diversen "Experten" ein und Michael versuchte erfolglos alles mögliche, um unser bockendes Eselchen wieder hinzukriegen. Zum Glück waren die Starter-Batterien noch stark genug, um jedes mal 15 Minuten starten zu bewältigen. Das Problem ließ sich erst bei der Rückkehr von Michael aufspüren und beheben: Die Ventile hatten hatten praktisch kein Spiel und schlossen deshalb nicht mehr richtig. Kleine Ursache große Wirkung also!

Nach 5 Tagen verließen wir das charmante Plätzchen und fuhren westwärts mit dem Ziel Kaoko-Feld. Kaum ließen wir die Asphaltstraße zurück, wurde auch die Landschaft interessanter.

Unser erster Stopp war in Palmwag, einer Wüstenoase, im Damaraland.

Schon beim Einchecken wurden wir auf die Wildtiere hingewiesen, die sich im Camp befinden können. Wir kannten ja bereits Camps ohne Schutzzäune aus Sambia und Botswana, waren dann aber doch sehr  überrascht, als uns abends ein Wüstenelefant besuchte und mit Begeisterung an unserem Schattenbaum fraß.

 

Am nächsten Morgen war er wieder da und verrichtete auch seine Morgentoilette direkt vor unserem Auto.

Einige Touristen dachten, dass es sich hier um einen halbzahmen Elefanten handelte, wurden aber durch einen imposanten Scheinangriff schnell eines besseren belehrt.

Weiter ging die Fahrt Richtung Norden durch grandiose Landschaft. Wir waren vom Wildreichtum begeistert: Unzählige Springböcke, Oryxantilopen und Zebras sichteten wir und das, ohne in einem "geschützten Nationalpark" zu sein.

"Wilde" Tiere in absoluter Freiheit, wo gibt es so etwas sonst noch?

Leider erwischten wir auf der Fahrt einen Eisennagel, der unseren rechten Hinterreifen total zerstörte und damit auch unsere Pläne, tiefer in das einsame Kaoko-Feld einzudringen.

Ohne zwei funktionsfähige Ersatzreifen ist es nicht angeraten dort alleine unterwegs zu sein.

Aber immerhin erreichten wir einen weiteren Traumplatz. Wir fuhren über einen extrem steilen Pass und kamen zur Dioptas-Mine von Marius Steiner. 

 Wir glaubten bei Dioptas lange an einen Schreibfehler, ehe wir dort einen "Schnellkurs in Mineralogie" absolvierten.

  

Dioptase sind grüne Halbedelsteine und Marius Steiner baut diese dort in seiner Mine in Handarbeit seit ca. 30 Jahren ab. Er zeigte uns seinen aktuellen Stollen und wir waren von der Mine und von Marius'  einfachem Leben tief beeindruckt.

  

Als zweites Standbein betreibt Marius auch eine Lodge und einen wunderbaren Campground, dessen Name "Aussicht" nicht zuviel versprach. Das Klima war trotz der Höhenlage (1.600 m) sehr angenehm, ebenso auch die Gespräche mit Marius.

Und die Vogelwelt zeigte sich von ihrer farbenprächtigsten Seite.

So blieb es also bei einem Hineinschnuppern ins Kaoko-Feld, dem Land der stolzen Himba, einem halbnomadischen Rinderbauern-Volk. Sie ziehen mit ihren Herden immer auf der Suche nach saftigen Gräsern durch das sehr trockene, ca. 200 mal 200 km große, leere Land.

Nächster Stopp war wiederum ein sensationeller Platz für eine Wüstengegend. Bei Warmquelle bildet der Ongongo Fluss einen kleinen Wasserfall mit Badepool, ein Spaß, den wir uns natürlich nicht entgehen lassen wollten. 

  

 Außerdem konnten wir die seltenen Rosenköpfchen, eine Zwergpapageien-Art beobachten und sogar fotografieren.

Diese Käferart "begleitete" durch unsere gesamte Namibiareise, sogar vor Wasser schreckten sie nicht zurück.

Man konnte dort im Flussbett campen, lediglich die Zufahrt war etwas schwierig, aber für einen echten Pinzgauer kein Problem.  

Ein Klick aufs Foto lässt die Bilder laufen ... (im Media Player, bei schneller WEB-Connection)

 

Weiter ging es dann immer südwärts unser nächster Stopp war bei Twyfelfontain im Damaraland, deren berühmte Felszeichnungen wir uns aber "schenkten", wir hatten schon zu viele davon in Amerika gesehen. Aber den versteinerten Wald besuchten wir, zwar nicht so sehr wegen der herumliegenden versteinerten Baumstämme, sondern wegen der Welwitschias, einer eigenartigen Wüstenplanze die nur in Namibia vorkommt. Sie ist wahrlich keine Schönheit kann aber bis zu 1500 Jahre alt werden und ist bestens an die ariden Bedingungen angepasst. Benannt ist sie übrigens nach einem österreichischen Botaniker namens Welwitsch.

  

  

 

Durch einen Zufall befuhren wir darauf eine abgelegene Straße, weil wir die Stadt Khorixas links liegen lassen wollten, da unsere Vorräte noch für ein paar Tage ausreichten. Die Straße erwies sich als Glückstreffer, wir kurvten um herrlich rote Berge und Hügel und genossen die ständig wechselnde Szenerie.

  

  

Dann kam der Brandberg, Namibias höchstes Gebirgsmassiv, in Sicht. Er erinnerte uns irgendwie an das Tennengebirge in Salzburg, war also zu wenig exotisch für uns und daher auch keinen Besuch wert. Wir sind bei Bergen immer sehr sehr wählerisch ... ;-)

Dafür zog uns die Spitzkoppe, das Matterhorn Namibias  aber wieder magisch an. Doch diese Geschichte steht auf der nächsten Seite!

Zum Bericht Swakopmund und Umgebung

 

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Stand: 09.10.2008