Abschluss und Höhepunkt der Namibia-Tour:
Zu den Riesendünen der Namib
Durch die kleinen Dünen bei Swakopmund
auf den Geschmack gekommen, freuten wir uns nun auf unseren letzten Teil der
Namibia-Tour, den Süden des Landes. Zunächst ging es durch die Steinwüste der
Namib und wir bezogen bei der "Ortschaft" Solitaire unser erstes Camp auf einer
reizenden Guestfarm. Hier leben einige Tiere wie im Paradies: Erdmännchen
waren sehr neugierig, ein Springbock suchte ab und zu unsere Nähe und die
Zwergpapageien labten sich an der Tränke.


Solitaire ist eigentlich nur eine
Straßenkreuzung mit Tankstelle, Shop und Lodge. Aber jeder Reisende hält hier, um
zu tanken und den
herrlichen Apfel-Streuselkuchen zu genießen, wofür das "Kaff" berühmt ist.
Dann ging es weiter in den
Naukluft-Park, der zusammen mit der Namib-Wüste den großen Namib-Naukluft
Nationalpark bildet. War nicht unbedingt unser Favorit, der Gebirgsklotz. Viel
zuwenig Tiere gab es zu sehen, von den Bergzebras ganz zu schweigen. Dafür
schiss uns ein Pavian gehörig aufs Dach, als wir gerade auf Pirschgang waren.
Wahrscheinlich seine Rache, weil es ihm nicht gelang, den Pinzi zu knacken.

Nächste Station war die Guestfarm
Hauchabfontein unweit der Dünenfelder des Sossusvleis. Der Farmer Immo Förster hatte
wunderbare Camps an einem Fluss angelegt, der sogar wirklich Wasser führte und
das am Rande der Namib-Wüste!

Abends wiesen uns Kerzen den Weg zum
Waschhäuschen und das Holz fürs Campfire wurde uns frei Haus geliefert.
Von dort machten wir die Tour in den
Sossusvlei. Wir waren total überrascht, als wir die Zufahrt zum Vlei frisch
geteert vorfanden! Wohl eine Verbeugung vor dem Massentourismus.

Doch nach 50 km war Schluss mit dem
"schwarzen Zauber", die "Sandkiste" wartete auf den Pinzi und Seinesgleichen.
Im Sossusvlei ist Endstation für den Hauchab-River, wenn er so etwa alle 10
Jahre mal die Dünen erreicht. Der Fluss bildet dann einen riesigen See, der
langsam verdunstet. Zurück bleibt weißes Sediment, welches harte Platten im Vlei
bildet. Die Farben der Dünen changieren übrigens je nach Sonneneinstrahlung.


Hier soll sich der Sand zu den höchsten
Dünen der Welt auftürmen, was Michael natürlich persönlich überprüfen wollte.
Er erklomm eine Riesendüne und musste feststellen, dass dahinter noch viel
höhere Dünen versteckt waren und das Meer noch außer Sichtweite war. An den
Dünenflanken wuchsen einzigartige Blumen, die er aber nicht fotografieren
konnte, weil er für die Exkursion sicherheitshalber keine Kamera mitnehmen
wollte. Ein Schicksal, ähnlich dem Reinhold Messners und seiner Jeti-Geschichte
...

Bei der Rückfahrt machten wir auch noch
einen Abstecher zum Sesriem-Canyon, wo sich der Tsauchab tief ins weiche Gestein
eingegraben hatte. Es soll Leute geben, die diesen Ort beeindruckender als
die Dünen selbst fanden. Wir teilten diese Ansicht jedoch nicht.

Wir verbrachten die Nacht wieder
auf der Guestfarm und erlebten dort das seltene Schauspiel eines Gewitters in
der Wüste. Es krachte die ganze Nacht ordentlich, doch die Regenmengen waren
dafür nur sehr gering. Auch am nächsten Tag ging es eher trübe weiter und so
hatten wir genug Zeit, die weitere Tour zu planen.

Groß war der Schrecken als wir
bemerkten, dass wir zuwenig Geld dabei hatten. In der Weite des Südens Namibias
gibt es nur sehr wenig große Orte, wo man Geld abheben kann. Guter Rat war
nun teuer: Es fehlten auf jeden Fall 2000 Nam. Dollar. Vom Farmer erfuhren wir,
dass in Maltahöhe eine Bank wäre. Ist aber 200 km Umweg. Es blieb uns nichts
anderes übrig, die extra Km in Kauf zu nehmen. Dort angekommen, das nächste
Problem: Die Bank hat nur am Freitag geöffnet und außerdem keinen Bankomaten.
Zum Glück konnten wir dann im einzigen Hotel der Ortschaft mit der Visa-Karte
1000 Nam. Dollar bekommen. War aber immer noch zuwenig. Doch dann erlaubten uns
die Leute vom Agro-Markt, das Tanken mit der Kreditkarte zu bezahlen und unsere
Weiterfahrt war gesichert!
Bei der Weiterfahrt gab es dann einige
Furten zu passieren, die diesmal auch wirklich Wasser führten - ein Spaß für
unseren Pinzi da durchzupreschen.

Ein Klick
aufs Foto startet den kleinen Clip!
Es ging dann wieder in Richtung der
Dünen. Leider kann man - außer beim Sossusvlei - nirgends in die Dünen direkt
hinein fahren.

Aber wir fanden eine Farm, die als Biosphäre-Reservat von einer
deutschen Familie betrieben wird. Dort konnten wir auf einer herrlichen Campsite
mit grandioser Fernsicht stehen und am Abend den Sternenhimmel bewundern.

Leider
wurde es dort sehr kalt, bei Sonnenuntergang hatten wir nur mehr 5 ° C und wir
machten ein ordentliches Campfire, um uns für die kalte Nacht aufzuwärmen.
Wir trafen dort auch zwei nette deutsche Dauer-Traveller. Chris und Ines
bereisen mit ihrem betagten Landy seit 12 Jahren die ganze Welt und wir hatten
uns natürlich eine Menge Geschichten am Lagerfeuer zu erzählen. Tat mal wieder
richtig gut, Gleichgesinnten zu begegnen.
Am und um das Gebiet der Farm konnten
wir die schönsten Gruppen von Spießböcken unserer Reise beobachten und auch
Löffelohrhunde-Meuten kreuzten unseren Weg.

Das Besondere für uns war, dass wir
die Tiere einfach in ihrer natürlichen Umgebung und nicht in einem Nationalpark
beobachten durften.
Dann war es Zeit, unseren Pinzi wieder
nach Norden zu lenken, unsere Reise neigte sich dem Ende zu. Zahlreiche
Riesenvogelnester der Siedlerwebervögel begleiteten unseren Weg.

Nochmal ein Kuchen
bei Solitaire und eine Nacht auf der gleichnamigen Guestfarm. Und Michael
versuchte sich als Bäcker mit dem Potje, einem typisch südafrikanischem
gusseisernen Kochtopf.

Unser letztes Camp in der Wildnis
sollte noch mal was ganz besonderes werden. Wir fanden solch einen Platz auf der
Campsite des Gecko-Naturreservats. Das Camp war wunderschön einsam als
Hill-Top-Camp angelegt.


Wir überschauten von dort eine gewaltige Savanne.
Wirklich
ein würdiger Abschied für die landschaftlich so einzigartige Namibia-Tour!

Anschließend ging es zurück nach
Swakopmund, wo wir noch eine gemütliche Nacht im "Hotel á la Mer" verbrachten
und dann fuhren wir unsere letzte Fahrt mit dem Pinzi in Namibia, nach Walvis Bay.
Dort sollte er in einen Container für den Seetransport nach Europa verstaut
werden. Und genau am letzten Morgen versagte der Starter des Pinzi und wir
mussten ihn mit Hilfe der Hafenarbeiter in den Container schieben. Vielleicht
wollte er einfach nicht weg von Afrika???

Durch einen Klick aufs Foto startet der
Clip mit der Pinzi-Schieb-Aktion
Pinzi-los verbrachten wir eine Nacht im
Protea Hotel in Walvis Bay und fuhren am nächsten Tag mit dem Intercape-Mainliner,
einem Überlandbus nach Windhoek.

Die Reise verlief typisch afrikanisch: Der
Bus hatte bei der Abfahrt schon 3 Stunden Verspätung, doch keiner der Gäste
schien sich daran zu stoßen. Noch einmal zogen die Dünen-Felder an uns
vorüber ehe uns der Bus ins Landesinnere brachte. Wir stiegen für die Nacht in einer
Lodge in der Nähe des Flugplatzes ab und am nächsten Morgen brachte uns der
Lodge-Besitzer zum Flugplatz, wo der LTU-Flieger bereits auf uns wartete.
Bye, bye Namibia, tschüß
Deutsch-Südwest!
