Walking Trail
Die wohl intensivste Form,
Natur zu erleben, stellen die im KP angebotenen Walking Trails dar: Bis zu 8
Teilnehmer wandern und leben 3 Tage im Busch, unterstützt von 2 bewaffneten
Rangern Wir hatten das Glück, 2 Plätze bei einem der immer ausgebuchten Trails
zu bekommen. Schon die erste Nacht im kleinen Bushcamp war unbeschreiblich:
Diese absolute Stille --- immer wieder von den so fremd klingenden Lauten der
Wildtiere durchbrochen.

1 Stunde vor Sonnenaufgang
wurden wir geweckt, dann ging es hinaus in die Wildnis, der Adrenalinspiegel
stieg gehörig an: Hinter jedem Busch erwarteten wir ein Abenteuer und
tatsächlich bekamen wir ordentlich was zu sehen. Sich an Elefanten und anderes
Großwild anzupirschen sind für uns unvergessliche Eindrücke.

Park Politik
Die Elefanten des KP sind
in letzter Zeit in die Schlagzeilen der Weltpresse gelangt:

Dank reichlichen
Nahrungsangebotes vermehrten sie sich so stark, dass die Parkranger ihnen
Antibabypillen verpassen mussten. Als das auch nicht die gewünschte Wirkung
zeigte, musste man sogar damit beginnen, Elefanten abzuschießen, was bei vielen
Leuten einen Aufschrei der Entrüstung bewirkte: Der Park solle doch die
Selbstregulationskräfte wirken lassen. Das würde jedoch das Ende der Bäume im
Park bedeuten (Das "Baumfällen" ist nämlich ein beliebter
Elefantensport), was wiederum gewaltige Auswirkungen auf die Artenvielfalt
hätte. Also bekennt man sich zu einem wirksamen Parkmanagement, welches
regelmäßige Bestandserhebungen und –obergrenzen inkludiert ,für Elefanten
gilt 10000 als Maximum.
Hippos
Flusspferde stellen,
statistisch gesehen, die größte Gefahr für Menschen dar: Die Zahl der
tödlichen Zwischenfälle mit Hippos ist in ZA wesentlich höher als mit anderen
Wildtieren: Kanufahrer werden von Müttern mit Jungen attackiert, Wanderer
werden niedergewalzt, wenn sie die Pfade der am Ufer grasenden Hippos kreuzen.

Aber auch untereinander
herrschen eher rauhe Umgangsformen: Nahezu jeder Bulle ist am ganzen Körper von
den brutalen Rangkämpfen mit riesigen Narben gezeichnet. Bei dem von uns
gesichteten Bullen glaubten wir zunächst, dass er tot wäre, vor lauter
blutiger Kampfspuren. Schließlich erholte er sich aber dann doch von den
nächtlichen Strapazen und ließ sich sanft von den Wellen davontragen.
Wasserlöcher

Die besten Chancen, Tiere
in großer Zahl beobachten zu können, hat man in der Trockenzeit an den
Wasserlöchern: Wir verbrachten viele Stunden an diesen Plätzen und
beobachteten die immer wieder wechselnde Szenerie. Der Mythos, dass die Tiere an
den Wasserstellen einander nichts tun ist allerdings widerlegt, wenn man sieht,
mit welcher Vorsicht Giraffen zum Trinken kommen.

Der erste Löwe
Und dann sahen wir ihn
endlich – unseren ersten Löwen: Zwar mit einigem Respektabstand, aber dafür
bei bestem Licht für den Fototermin und nicht von hohem Grasland oder Büschen
verdeckt. Die Löwen des KP: Fast ganz ZA war Ende des 19Jh. löwenfrei
geschossen, nur hier im Lowfield gab es noch ein paar Restexemplare. Die
allerdings vermehrten sich seit damals vorzüglich, jetzt gibt es schon wieder
2000 davon im KP.

Sie sind die
Touristenattraktion Nr. 1 – alle wollen einen Löwen sehen, doch nicht jedem
wird der Wunsch erfüllt und auch wir konnten uns der Faszination dieses großen
Kätzchens nicht entziehen.
Abschied
Jeden Tag fuhren wir
bereits bei Sonnenaufgang hinaus aus den Camps auf Pirsch, und durchstreiften so
den südlichen Teil des KP. Im Nachhinein gesehen, wären wir gerne noch eine
Woche länger geblieben, um auch den Norden mit seiner ganz anderen Vegetation
zu besuchen. Aber so nahte die Stunde des Abschieds. Es wartete ja noch so viel
auf uns - gemäß dem Werbe-Slogan Südafrikas: Die ganze Welt in einem Land.


Senden Sie ein E-Mail mit Fragen oder Kommentaren zu dieser Website an:
webmaster@p5c.at
Copyright © 2001 Mrakovits
Stand: 14.02.2007