Krugerpark
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Der Kruger-Nationalpark

Schließlich brachen wir zu unserer ersten Rundfahrt auf. Sie führte uns zunächst zum Krugerpark. Dieser Nationalpark ist einer der ältesten der Welt, 1898 gegründet.

 

Es handelt sich um ein riesiges Territorium, so groß wie Westösterreich, mit 18 unterschiedlichen Ökozonen. Wir verbrachten 8 Tage im Park und konnten diese dank guter Infrastruktur richtig genießen: Es gibt zahlreiche bestens ausgestattete Camps mit Restaurants, Geschäften und verschiedenste Übernachtungsmöglichkeiten.

 Wir zogen die Campingplätze vor und fühlten uns in ZA, trotz umgebender Wildnis zum ersten mal richtig sicher: Wir schlossen Freundschaften mit den Nachbarn und teilten mit ihnen sogar das Frühstück.

 

 Walking Trail

   

Die wohl intensivste Form, Natur zu erleben, stellen die im KP angebotenen Walking Trails dar: Bis zu 8 Teilnehmer wandern und leben 3 Tage im Busch, unterstützt von 2 bewaffneten Rangern Wir hatten das Glück, 2 Plätze bei einem der immer ausgebuchten Trails zu bekommen. Schon die erste Nacht im kleinen Bushcamp war unbeschreiblich: Diese absolute Stille --- immer wieder von den so fremd klingenden Lauten der Wildtiere durchbrochen.

1 Stunde vor Sonnenaufgang wurden wir geweckt, dann ging es hinaus in die Wildnis, der Adrenalinspiegel stieg gehörig an: Hinter jedem Busch erwarteten wir ein Abenteuer und tatsächlich bekamen wir ordentlich was zu sehen. Sich an Elefanten und anderes Großwild anzupirschen sind für uns unvergessliche Eindrücke.

 Park Politik

Die Elefanten des KP sind in letzter Zeit in die Schlagzeilen der Weltpresse gelangt:

 

Dank reichlichen Nahrungsangebotes vermehrten sie sich so stark, dass die Parkranger ihnen Antibabypillen verpassen mussten. Als das auch nicht die gewünschte Wirkung zeigte, musste man sogar damit beginnen, Elefanten abzuschießen, was bei vielen Leuten einen Aufschrei der Entrüstung bewirkte: Der Park solle doch die Selbstregulationskräfte wirken lassen. Das würde jedoch das Ende der Bäume im Park bedeuten (Das "Baumfällen" ist nämlich ein beliebter Elefantensport), was wiederum gewaltige Auswirkungen auf die Artenvielfalt hätte. Also bekennt man sich zu einem wirksamen Parkmanagement, welches regelmäßige Bestandserhebungen und –obergrenzen inkludiert ,für Elefanten gilt 10000 als Maximum.

Hippos

Flusspferde stellen, statistisch gesehen, die größte Gefahr für Menschen dar: Die Zahl der tödlichen Zwischenfälle mit Hippos ist in ZA wesentlich höher als mit anderen Wildtieren: Kanufahrer werden von Müttern mit Jungen attackiert, Wanderer werden niedergewalzt, wenn sie die Pfade der am Ufer grasenden Hippos kreuzen.

Aber auch untereinander herrschen eher rauhe Umgangsformen: Nahezu jeder Bulle ist am ganzen Körper von den brutalen Rangkämpfen mit riesigen Narben gezeichnet. Bei dem von uns gesichteten Bullen glaubten wir zunächst, dass er tot wäre, vor lauter blutiger Kampfspuren. Schließlich erholte er sich aber dann doch von den nächtlichen Strapazen und ließ sich sanft von den Wellen davontragen.

 Wasserlöcher

Die besten Chancen, Tiere in großer Zahl beobachten zu können, hat man in der Trockenzeit an den Wasserlöchern: Wir verbrachten viele Stunden an diesen Plätzen und beobachteten die immer wieder wechselnde Szenerie. Der Mythos, dass die Tiere an den Wasserstellen einander nichts tun ist allerdings widerlegt, wenn man sieht, mit welcher Vorsicht Giraffen zum Trinken kommen.

 Der erste Löwe

Und dann sahen wir ihn endlich – unseren ersten Löwen: Zwar mit einigem Respektabstand, aber dafür bei bestem Licht für den Fototermin und nicht von hohem Grasland oder Büschen verdeckt. Die Löwen des KP: Fast ganz ZA war Ende des 19Jh. löwenfrei geschossen, nur hier im Lowfield gab es noch ein paar Restexemplare. Die allerdings vermehrten sich seit damals vorzüglich, jetzt gibt es schon wieder 2000 davon im KP.

Sie sind die Touristenattraktion Nr. 1 – alle wollen einen Löwen sehen, doch nicht jedem wird der Wunsch erfüllt und auch wir konnten uns der Faszination dieses großen Kätzchens nicht entziehen.

Abschied

Jeden Tag fuhren wir bereits bei Sonnenaufgang hinaus aus den Camps auf Pirsch, und durchstreiften so den südlichen Teil des KP. Im Nachhinein gesehen, wären wir gerne noch eine Woche länger geblieben, um auch den Norden mit seiner ganz anderen Vegetation zu besuchen. Aber so nahte die Stunde des Abschieds. Es wartete ja noch so viel auf uns - gemäß dem Werbe-Slogan Südafrikas: Die ganze Welt in einem Land.

 

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Stand: 14.02.2007